00:00:02: Hallo Lila.
00:00:03: Hallo Christoph!
00:00:04: Und willkommen zur siebten und auch letzten Episode zu unserer Serie, zu Basel.
00:00:09: Basel ist ja die Stadt, die bis zum Jahr im Jahr die Ausstoß an Treibhausgasen auf Netto Null senken wird.
00:00:19: Das ist die Stadt mit der fortschrittlichsten Klimapolitik in der Schweiz.
00:00:23: In den vergangenen Episoden haben wir gefragt, wo die Stadt Basel steht bei der Umsetzung der Ziele.
00:00:28: Wir haben Projekte vorgestellt, die in diese Richtung zielen, wir haben die Pensionskassen zum Beispiel als Beispiel für den Wandel analysiert und wir sind in die Quartiere gegangen und haben gefragt wer eigentlich TreiberInnen sind?
00:00:39: Und die Bremse vom Wandel!
00:00:41: Und in dieser Episode schauen wir uns nochmal genauer an, wo und wie in Basel ein kleines Stück Zukunft bereits gelebt und ausprobiert wird.
00:00:50: Genau es geht um Bäume um neue Lebensräume und es geht um ein Konzept, das nennt sich Tactical Urbanism.
00:00:58: Treibhaus der Klimapodcast
00:01:00: mit Lila Gurtner
00:01:01: und Christoph Kettler
00:01:03: Und heute auch mit Samuel Hallo Samuel
00:01:07: Ja Lila, du hast es schon gesagt.
00:01:09: Wir sprechen in dieser Episode über eine Form der Stadtgestaltung die ein wenig nach aufmüpfig klingt eben dieses Tactical Urbanism Ein wenig nach unkonventionell und informell Und auch ein wenig gegen die Regeln.
00:01:25: ist das so korrekt?
00:01:27: Ja ich würde sagen schlussendlich nützen ja Klimapläne wenn sie dann auch zu Veränderungen führen.
00:01:33: Wenn jetzt was Neues ist, wo vorher etwas anders war... Dabei ist er jetzt noch nicht gesagt, wer denn jetzt da was Neues hinstellt?
00:01:41: Mit welchen Mitteln und aus welchen Gründen auch.
00:01:44: Es gibt ja so die althergebrachte Stadtplanung also Menschen im Büro, die sich irgendwas ausdenken und dann Bewilligungen gibt es und Bauherrschaften suchen und dann wird das Budget überzogen
00:01:54: etc.,
00:01:55: aber es gibt noch andere Konzepte zur Gestaltung vom Raum von dem Raum der uns ja allen gehört und ein solches Konzept ist eben Tactical Urbanism.
00:02:04: Tactical urbanism, so nennt sich das Konzept.
00:02:07: Mich interessiert natürlich vor allem, was heißt das jetzt ganz konkret?
00:02:11: Was ist denn das Potenzial dieses Tactical Urbanism gerade gegenüber auch dem, was du gesagt hast der traditionellen konventionellen Stadtplanung.
00:02:21: Ja genau um diese Frage zu beantworten habe ich mit Sandra Ginond gesumt.
00:02:25: Sie forscht an der österreichischen Akademie der Wissenschaft in Wien am Institut für Stadt und Regionalforschung Und sie lehrt am Institute für Städtebau an der TU Wien, an der Technischen Universität Wien.
00:02:35: Disclaimer, ich bin auch mit ihr in einem Forschungsprojekt.
00:02:38: Und Sandra Ginon sagt das Tactical Urbanism sind Veränderungen im öffentlichen Raum die drei Eigenschaften haben.
00:02:45: Erstens, sie sind schnell gemacht, aber nicht für die Ewigkeit gemacht.
00:02:51: Zweitens, Sie sind nicht hundert Prozent legal oder auch institutionalisiert.
00:02:55: also zum Beispiel in Singapur sind solche Sachen ganz verboten und kommen eben auch nicht mit einer großen Baubewilligung und einem großen Projekt daher.
00:03:04: Und die dritte Eigenschaft von diesen Veränderungen, das sind disruptiv.
00:03:09: Das heißt es ist eine Störung vom Normalen.
00:03:11: also da werden irgendwie so stolper Steine metaphorisch gesagt hingetan.
00:03:17: Tactical Urbanism ist damit auch sehr politisch.
00:03:20: Das geht nicht nur einfach darum meine Straße ein bisschen hübscher zu machen und es stellt klassische moderne aber auch technokratische Raumplanung in Frage.
00:03:29: Und wenn ich dir zuhöre, Lila?
00:03:30: Dann habe ich dann doch das Gefühl eben, dass ist alles im Wesentlichen immer so an der Grenze der Legalität oder täusche ich mich da.
00:03:39: Ja ursprünglich war es auf jeden Fall so.
00:03:41: Da geht's darum wir sprengen uns... Ein Fahrradweg auf die Straße, wir überkleben Tempolimit fünfzig mit Tempolimmit dreißig.
00:03:49: Solche Geschichten?
00:03:50: Oder wir malen einen Fußgängerstreifen über eine Straße dort wo die Kinder zur Schule gehen müssten.
00:03:56: Genau man nimmt also so ein bisschen den öffentlichen Raum in die eigene Hand.
00:03:59: Sandra Guinond hat aber in unserem Gespräch deutlich gesagt...
00:04:15: Also
00:04:25: ein Konzept, das nicht nur Grasrout-Bewegungen irgendwie verwenden.
00:04:31: Nicht nur Leute, die etwas spontan und an der Grenze der Legalität machen möchten sondern auch Architektinnen, Planerinnen.
00:04:40: und was ist jetzt der Vorteil dieser Art von doch auch wieder Planung?
00:04:45: Genau das kommt natürlich ein bisschen darauf an wer denn da handelt.
00:04:48: Und der Vorteile für wen?
00:04:50: stellt sich die Frage also wenn es eben diese Grassroot oder Bewegungen diese Grass root Bewegungen oder einfach lokale Akteure Vereine Quartiervereiner etc.
00:04:57: machen Dann machen die das häufig, hat Sandra Ginond gesagt um Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken.
00:05:03: Zum Beispiel wie wenig Grünflächen gibt es denn jetzt hier in der Stadt?
00:05:07: Das sind Handlungen, die wirklich politisch gemeint sind.
00:05:11: Das ist nicht einfach nur schönmachen!
00:05:14: Wenn man sich aber anschaut eben die öffentliche HAN, also Stadtplanerinnen, die nutzen Technical Urbanism eigentlich auch um schnell Interventionen zu testen.
00:05:24: Das kostet nicht so viel, das geht schnell.
00:05:26: So kann man zum Beispiel gucken okay wie wäre denn der Verkehr wenn da ein Fahrradweg wäre?
00:05:32: Würde es den Verkehr total kaputt machen oder ginge das?
00:05:36: Das heißt ist es auch ein Tool, dass die öffentliche Hand nutzen kann um Schnellsachen umzusetzen oder zu testern.
00:05:44: Und jetzt unter dem Strich nützen solche Handlungen etwas, um einen Netto Null-Ziel näher zu kommen.
00:05:50: Das ist ja eigentlich das was uns interessiert.
00:05:52: im Zusammenhang gerade mit Basel sind diese taktischen Eingriffe in den öffentlichen Raum tatsächlich ein Mittel um Richtung Netto null voranzukommen.
00:06:03: Sandra Ginon hat dazu gesagt, wenn es eben genützt wird von der öffentlichen Hand dann hat das schon das Potenzial Menschen zusammenzubringen und auch Veränderungen akzeptabler zu machen.
00:06:12: Das heißt man kann mal ausprobieren.
00:06:14: Man muss sich als Nachbarschaft noch nicht direkt für auf ewig mit dieser Spielstraße anfreunden sondern man kann's einfach mal aus probieren.
00:06:22: Das ebnet so ein bisschen den Weg für Veränderung.
00:06:53: Die Stadt wird also zu einem Mitmach-Labor, zu einem Art Profisorium.
00:06:59: Dinge ausprobiert werden und da stellt sich natürlich die Frage, wen das zu Gute kommen soll.
00:07:04: Dass solche Projekte und Initiativen nicht begleitet werden von einer Gentrifizierung zum Beispiel oder dass eben solche Projekte nur in privilegierten Quartieren durchgeführt werden.
00:07:16: Dass zum Beispiel Industriebrachen dann von kreativen Menschen entdeckt werden und dann wird eine Nachbarschaft attraktiv.
00:07:26: Kaffee wird teurer, also dass solche Interventionen eben in der Öffentlichkeit dann negative Konsequenzen haben.
00:07:33: Genau das kann durchaus auch passieren.
00:07:35: Der Schuss kann nach hinten losgehen.
00:07:38: Das hat sie mir erzählt.
00:07:39: es passiert vor allem wenn dieser Tactical Urbanism betrieben wird von Investoren und privaten Leuten.
00:07:45: Außerdem haben wir in der Episode von den Superblocks gesehen Wenn diese Handlungen von der öffentliche Hand kommen dann entstehen auch Erwartungen von Menschen.
00:07:53: Man hat dann diese Straße und man erwartet, dass das auch nicht wieder verschwindet.
00:07:57: Dass die Zwischennutzung bleibt weil wir haben es doch jetzt so schön gestaltet wenn's funktioniert.
00:08:03: Und es würde erfordern, dass die öffentlich hand solche Experimente da nicht einfach zack schirm zu- und wieder abbaut.
00:08:11: Sandra Ginons sagt dazu...
00:08:13: Denn was wir in viel dieser Experimentation im Taktik-Urbanismus observieren, ist, dass es dann auch eine andere Disruption gibt.
00:08:36: Es ist die Veränderung, die nachher kommt und das Lack der Kontinuität.
00:08:40: Ich denke, es ist wichtig, was die Ausgaben sind und was sie generiert haben, zu fortsetzen.
00:08:48: Es braucht einen anderen Teil des Mindestes, auch wenn man schaut...
00:09:14: Also das heißt, wir müssen wenn ihr über Tactical Urbanism reden immer ganz genau hinschauen wer da eigentlich handelt.
00:09:23: Private sind, die einfach mal etwas versuchen.
00:09:25: Ob es öffentliche Hand ist oder sogar private Institutionen, Banken, Investoren und so weiter.
00:09:32: Wir müssen uns aber auch fragen, dient das jetzt dem Gemeinwohl?
00:09:36: Oder möglicherweise nur der Gewinnmaximierung der Profitmaximierungen einiger weniger?
00:09:42: Genau nach meinem Gespräch mit Sandra Ginon finde ich Tactical Urmissen funktioniert.
00:09:47: Das wird benutzt von Investorinnen um zum Beispiel in Stück Land im Verkaufspreis hoch zu jazzen.
00:09:54: Also man stellt da ein paar Pop-Up-Bars hin und ein paar Bänke, dann sehen die Investorinnen was denn dieses Gebiet für den Potenzial hat und schon kommen Entwickler in und das Stück Land geht dann gut über einen Tisch oder?
00:10:10: Aber das heißt jetzt funktioniert!
00:10:11: Wenn man ein Startteil der unattraktiv ist so gentrifizieren kann Dann nützt es was, dann verändert das was.
00:10:18: Und es funktioniert auch wenn das von der Stadt oder von dir und mir umgesetzt wird vom Quartierverein und zum eher weniger legalen.
00:10:26: Also der Erfolg des Tactical Urbanismen misst sich daran, dass es eine Wirkung hat und dass es Menschen anzieht.
00:10:34: Sei das nun ein Fußgängerstreifen, der eben dazu führt, dass Menschen jetzt neu da drüber gehen, sei das ein Velo-Fahrer Weg, der jetzt benutzt wird – wenn auch nur provisorisch von Velofahrern innen.
00:10:47: Sei es, dass in einem Superblock Menschen plötzlich zusammenkommen bis hin zu diesem Bild der Brache, wo jetzt plötzlich einen Bierstand steht und die Menschen denken, oh cool ich gehe dahin.
00:10:59: Genau!
00:11:00: Also bring together people.
00:11:02: Ich würde sagen das ist das was dann schlussendlich passiert mit welchem Ziel dieses Werkzeug dann eingesetzt wird.
00:11:08: Das steht dann wieder auf einer anderen Seite also eben wieder die Frage von wem kommt
00:11:11: es?
00:11:15: Ja und wenn wir jetzt wieder zurück nach Basel gehen Lila wäre Zu der Stadt Basel ein wenig recherchiert, oder die findet eine ganze Reihe von Projekten, die ebenso in Richtung Tactical Urbanism gehen.
00:11:29: Im Kleinen sind sie angelegt und auch ein bisschen unkomventionell.
00:11:34: Der WWF zum Beispiel propagiert das eigenhändige Entsiegeln also den Abbruch von Ausfaltung Beton auf privaten Flächen.
00:11:43: Das Kollektiv Plankton fördert den Anbau von Gemüseaufbrachflächen.
00:11:48: Menschen stellen zum Beispiel Pflanzkübel aufs Trottoir und begrünen so Fassaden, umgehen auch ein kompliziertes Bewilligungsverfahren für die Fassadenegrünung.
00:12:00: Und es gibt einen Verein der sich für Stadtbegrünungen allgemein einsetzt und einfach alles unterstützt was diese Richtung geht und dann nicht zu vergessen die unzähligen Bienenzüchterinnen in der Stadt Basel.
00:12:14: Und dann gibt es auch noch groß angelegte Projekte vom Kanton, also der Regierung.
00:12:19: Da denke ich natürlich vor allem an diese Superblockversuche.
00:12:22: Ja und da haben wir ja schon aufgezeigt dass hier eben tatsächlich mit dieser taktischen Intervention dieser beiden Superblock-Versuche Erwartungen generiert wurden bei den Anwohnerinnen.
00:12:35: eine Petition ist jetzt lanciert, die eben möchte dass diese Versuche zumindest verlängert werden bevor man sie evaluiert und da gibt es doch auch einige Spannungen in der Nachbarschaft.
00:12:47: Ich war nach der letzten Episode die wir aufgenommen haben an zwei Veranstaltungen wo eben diese Superblocks diskutiert wurden Und bei beiden Veranstaltungen war doch spürbar, dass die Menschen verunsichert sind und nicht genau wissen was jetzt eigentlich mit welchem Ziel hier umgesetzt wird.
00:13:05: Was sollen wir jetzt tun?
00:13:07: Also wir sollen alle auf die Straße und sollen uns da begegnen und irgendwie diesen Superblock leben aber der wird dann wieder abgerissen!
00:13:16: Die Menschen wissen dann nicht ist es jetzt der Start Ernst ist das die Stadt der Zukunft oder in welche Richtung geht.
00:13:23: Das jedenfalls an beiden Veranstaltungen, wo ich war, war der Unmut doch groß bei vielen, die da waren und viele hatten das Gefühl uns wird etwas genommen sprich Parkplätze ohne dass uns wirklich auf längere Sicht hinaus auch wirklich etwas gesichert gegeben wird.
00:13:47: Das heißt, es braucht eigentlich mehr Kommunikation.
00:13:50: Therese Wendley die Leiterin vom Stadtteil Sekretariat Klein Basel hat es ja in einer der Episoden gesagt zuhören und Dialog das sind die Kernpunkte damit diese Versuche eben gelingen.
00:14:00: Ja genau und das können wir glaube ich heute sagen daran hapert es ein wenig in Basel denken man kann nicht um bei diesem Beispiel der Superblocks zu bleiben, einen Superblockversuch auf die Beine stellen und dann einfach erwarten dass die Menschen jetzt plötzlich auf die Straße gehen nachdem sie ein halbes Leben lang diesen Straßenraum nicht genutzt haben.
00:14:22: Und dann einfach zuschauen ja wie funktionieren diese Labor-Menschen da in diesem Labor Versuch?
00:14:29: Und dann gewissermaßen mit der Lupe hinschauen und sagen
00:14:32: Jetzt begegnet
00:14:34: euch doch mal!
00:14:36: darüber zu empören, dass sie sich eben nicht begegnen.
00:14:39: Also es braucht da mehr als ein paar Flugblätter und ein paar Informationsveranstaltungen.
00:14:44: ich glaube... bräuchte tatsächlich eine Anleitung, um den Menschen auch zu zeigen wie dieser öffentliche Raum genutzt werden kann.
00:14:52: Und dann muss man glaube ich die Menschen schon ein bisschen bei der Hand nehmen und ihnen die Vorteile des öffentlichen Raums auch zeigen und denen, denen die Parkplätze weggenommen wurden, auch zeigen was sie für einen Vorteil davon haben dass sie diesen öffentlichen Raum jetzt nutzen können.
00:15:14: Aber schauen wir uns doch jetzt zwei Projekte an Die Ideen geben wie man es denn noch anders machen könnte.
00:15:19: Dazu holen wir jetzt wieder Samuel ans Mikrofon.
00:15:22: Hallo Samuel!
00:15:24: Hallo Lila!
00:15:25: Samuel, du warst in der Stadt unterwegs in Basel und hast dir zwei Projekte angeschaut?
00:15:30: Genau wie Christoph schon gesagt hat es gibt Dutzende solcher Projekten in der Stad.
00:15:35: Da war es nicht ganz einfach sich zu entscheiden welche davon ich mir anschauen sollte.
00:15:41: Ich habe mir dann aber zuerst mal das Projekt Meinbaum dein Baum angeschauert
00:15:47: Mein Baum, dein Baum.
00:15:48: Alles in einem Wort zusammengeschrieben?
00:15:49: Das tönt ja mal schon mal spannend!
00:15:51: Ja der Verein hat sich zum Ziel gesetzt so viele Vorgärten im Basel wie möglich mit Bäumen zu bepflanzen also überall dort wo jetzt irgendwelche Kieselabstellplätze oder Tuja-Hacken ihr kennt das Bild ja bestens.
00:16:03: Dort was also solche indem sie nicht genutzten Flächen hat dass dort in Zukunft eben Bäume stehen dass die Stadt grüner wird auch besser beschattet natürlich durch die Bäume und damit dann auch besser vorbereitet auf die kommenden Hitze-Sommer, die in Zukunft wie wir alle wissen nur noch zunehmen werden.
00:16:25: Ja und du hast Emma Thomas getroffen!
00:16:27: Emma Thomas ist eine der Gründerinnen von Meinbaum Deinbaum.
00:16:31: sie ist in den USA aufgewachsen hat an der Harvard Graduate School of Design Landschaftsarchitektur studiert und arbeitet heute im Basel als Landschaftarchitektin.
00:16:43: Ich habe Emma Thomas eigentlich im Wettsteinkwartier getroffen, wo der Verein mehrere Bäume in privaten Vorgärten gepflanzt hat.
00:16:51: Wir mussten uns dann aber für die Aufnahme an einen ruhigeren Ort zurückziehen und als wir da einen ruhigeren Ort gefunden haben, hat mich Emma Thomas auf eine kleine Gedankenreise ins Gundldingerfeld mitgenommen denn dort liegt quasi der Ursprung des Projekts, also auf dem Areal über das wir auch schon berichtet hatten.
00:17:14: Emma Thomas hat mir dann als erstes erzählt was für Bäume sie und ihre Kolleginnen beim Grundeldingerfeld
00:17:20: gepflanzt haben.
00:17:22: Und wir haben hier ein Coralus colorana gepflanzt, ein Malus evoeste, jetzt ist es ein Wildapfelbaum und dann auch einen Corralteria paniculata.
00:17:38: Also was ist das?
00:17:38: Ja, ja hier und es ist unglaublich also wie die Gewächs haben.
00:17:45: Die sind wirklich sehr gross jetzt.
00:17:49: Und die schaffen unsere Ziel.
00:17:53: Unsere Ziel ist, dass wir nicht nur Schatten in den privaten Wärmen geben, aber auch Schatten auf dem Trottoir und man sieht das jetzt mit diesen drei Bäumen.
00:18:02: Es ist unglaublich!
00:18:03: Jetzt haben wir auf dem... was ist das?
00:18:07: Dornaker Straße.
00:18:09: Schatte auf dem Trootor mit diese drei Bäume im Vorgarten von Gunderdingerfeld.
00:18:14: Und wie gesagt, dass wir unsere zweite, dritte und vierte Bäume ganz am Anfang haben.
00:18:22: Wir haben es geschafft mit Zukunftsbäumen zu pflanzen und Schatten zu klicken auf dem Choteau.
00:18:29: Wie sah das vorher aus?
00:18:31: Bevor ihr hier Bäume gepflanzt habt, da war gar nichts oder...?
00:18:36: Gar nix!
00:18:36: Also natürlich, da gibt es ganz viel ... also Donnergestochse ist ein guter Beispiel für Vorgartenbäume.
00:18:42: Das gibt's ganz viele große Bäume auf dieser Straße aber auf dem Grundstück von Gunterdingefeld war also gar keine in diesem Vorgärtenbereich.
00:18:53: Aber also die Vorgarten hier ist ein bisschen speziell, weil es hat einen Wand zwischen den Trottoir und dem Grundstück.
00:19:02: Und der Wand ist relativ hoch.
00:19:05: aber wir haben hockstaumige Bäume gepflanzt und dann die Baumkrone hängt da oben.
00:19:12: Wie viele Bäume habt ihr bisher gepflanzen
00:19:15: in der Stadt Basel?
00:19:16: Wir haben ungefähr zweihundert Bäume gepflanzt in unseren ersten drei Jahren.
00:19:23: Wir bekommen immer... Es funktioniert, also wenn wir haben den Verein gegründet.
00:19:28: Wir haben uns immer überlegt okay wir mussten an dem Eigentor ein Brief schreiben und fragen hey willst du einen Baum?
00:19:35: Aber es ist eigentlich umgekehrt!
00:19:39: Also die Leute schreiben an uns.
00:19:42: Ganz am Anfang wie gesagt haben ganz gute Presse Die Leute schreiben auf uns und wir bekommen E-Mails die sagen ich will einen Baum Und treffen wir uns im Vorgarten und schauen die Möglichkeit oder die Wunsch von dem Eigentum zusammen an.
00:20:01: Dann gehen wir zurück ins Büro, Amanda und ich wissen beide Landschaftsarchitekten.
00:20:07: Wir schauen alle... Also es ist schon ein schattiger Vorgang, gibt's viel Sonne.
00:20:17: Was können wir hier am Bestenspflanzen?
00:20:20: Etwas Kleines, etwas Großes, etwas Mittels?
00:20:23: Gibt's einen Wunsch für Herbstfarbe oder Blumen?
00:20:29: Und dann schicken wir an den Eigentormer Drei Vorschlager mit einer Visualizierung und ein Info von diesen Baumarten.
00:20:37: Am Ende kann der Eigentormer selber entschieden, also von diesen drei Vorschlägen.
00:20:45: Im Herbst oder im Frühling pflanzen wir alle unsere Bäume – von allen dieser vorgetten Termine.
00:20:55: Zwei Hunder Bäume in der Stadt Basel, die ihr bisher gepflanzt habt.
00:21:00: Wie groß ist das Potenzial?
00:21:02: Also wie viel mehr Bäume könnten im Basel in den Vorgäten hier gepflanzen werden?
00:21:11: Wir haben die Flecke von Vorgarten gezeigt und kalkuliert und gibt es einen unglaublich grossen Flecken vom Vorgärten Basel.
00:21:27: Das
00:21:36: heißt, es gibt so viele Fläche alleine in den
00:21:39: Vorgarten.
00:21:41: Wie
00:21:42: dreizehnmal
00:21:43: im Gartenkarnfeldpark?
00:21:45: Die eigentlich bepflanzt werden könnten mit
00:21:47: Bäumen.
00:21:49: Aber
00:21:50: wir haben ein bisschen Marte gemacht, also wir haben viel von dieser Fläche weggenommen.
00:21:56: Wir haben Brüderholz weggennommen weil das schon sehr grün ist.
00:22:01: Wir hatten noch halbe von diesem Flecken weggenommen wegen Risalite, Velo-Stellplatz, also Eingang
00:22:13: etc.,
00:22:13: und dann haben wir noch halber Weggenomen.
00:22:19: Die Leute sind skeptisch von Bäumen oder die haben schon einen Baum und am Ende haben wir dreiundzwanzig Hektar Vorgangfläche.
00:22:27: Wenn man sagt, ich pflanze ein Baum pro fünfundzwantig Quadratmeter dann haben wir am Ende neuntausend Bäume das wir können im Bau so pflanzen
00:22:40: Also noch ein ziemliches Potenzial.
00:22:41: Ja,
00:22:42: es ist ein ganz großes Potenzal und wir haben diese Kalkulation für zwei Jahre gemacht weil wir auch nicht sicher sind was die Potenziale von Vorgarten im Basel ist und wie wir auch ein bisschen erstaunt mit neuntausend Bäume.
00:23:01: Es ist unglaublich!
00:23:04: Und es ist auch toll, weil die private Leute einen großen Beitrag für den Stadtklima und für den Staat machen.
00:23:13: Die geben einfach ein kleines Platz im Vorgarten, weil wenn man pflanzt ein Baum, das nimmt an den Grundstück nur... was ist das?
00:23:24: ...fünfzig Zentimeter!
00:23:25: Man kann unter den Baum Vellos parkieren, man kann unter dem Baum ein Tisch setzen.
00:23:31: Es ist nehmt auf dem Grundstück nicht so viel Platz oder?
00:23:35: Aber es ist am Ende ein unglaublich großes Beitrag also für den Staat und für den Klima weil... Also ist ganz klar dass denn das Bäume sind die einfachste Losung für die Klimakrise.
00:23:51: Die sind nicht teuer, die sind ganz schnell zum Pflanzen.
00:23:56: Und wenn die Überleben nicht, man kann es einfach weglehmen und dann ... Man kann es aus Pferd-Fertilizer benutzen.
00:24:05: Oder ich weiß, es geht nie zum Abfall!
00:24:09: Wenn ein Baum überlegt, sie nickt, ist das kein Problem.
00:24:12: Man kann ein neues pflanzen.
00:24:19: Ja, das war Emma Thomas Landschaftsarchitektin und Mitbegründerin von Meinbaum Deinbaum.
00:24:24: Mindestens Neuntausend zusätzliche Bäume könnten also in dieser Stadt gepflanzt werden, wenn Hauseigentümer ihnen ihre Vorgärten zur Verhöhung stellen würden.
00:24:33: Das ist schon krass!
00:24:34: Warum wird denn das nicht gemacht, Samuel?
00:24:35: Ja, einmal Thomas hat mir erzählt dass sie zwar von der Stadtgärtnerei zum Beispiel viel Unterstützung erhalten es aber doch nach wie vor relativ viele Bedenken gegenüber Bäumen in den Vorgärten gibt.
00:24:49: Also ich war selbst erstaunt.
00:24:51: Sie haben mir erzählt, dass besonders Hausabwertinnen Oftmals fürchten, dass die Bäume irgendwie das Gebäude zerstören könnten.
00:25:01: Also dass es da Schäden geben könnte durch die Bäime und dass auch viel Aufwand bedeuten könnte usw.
00:25:08: Und es fehlen oft einfach auch das Interesse und die Unterstützung von den Hauseigentümerinnen selbst um eben so eine kleine Parzelle als ein Vorgarten für einen Baum zur Verfügung zu stellen.
00:25:24: Thomas hat mir auch erzählt, dass sie zum Teil eigene Vorschläge ausarbeiten.
00:25:30: in der Stadt noch Bäume gepflanzt werden könnten.
00:25:35: Zum Beispiel haben sie ein Projekt konzipiert für einen kleinen dichten Mikrowald, in der Nähe des Bahnhofs an einem sehr lauten Ort mit sehr viel Verkehr und sehr wenig Grün auch dort.
00:25:48: Also die Bedingungen, wie mir Emma Thomas erzählt hat, wären dort ideal gewesen um eben den Standort zu begrünen ihn attraktiver zu machen.
00:25:59: Aber der Eigentümer dieses Grundstücks, in diesem Fall war es die UBS hat am Ende einfach kein Interesse daran.
00:26:06: das wäre zu teuer gewesen.
00:26:09: meinten sie ob schon die rund fünfzigtausend Franken die ein solcher Mikrowalt etwa gekostet hätte im Verhältnis zum Gewinn der Bank doch eher lächerlich scheinen.
00:26:22: Jetzt Ist das, was Meinbaum-Deinbaum in Basel macht?
00:26:26: Ist es ein Konzept, das auch in anderen Städten umgesetzt wird?
00:26:30: Leider noch viel zu wenig.
00:26:31: Deshalb planen Emma und ihre Kolleginnen derzeit eine Art Franchisingsystem mit ihrem Verein.
00:26:39: Das gleiche Konzept soll es bald mal in vielen anderen Stätten geben.
00:26:44: Mit Bern sind sie bereits im Gespräch andere Städte dann ebenfalls auf den Zug aufspringen.
00:26:56: Aber bringt das wirklich was, einzelne Bäume zu pflanzen?
00:26:58: Also müssten nicht vielmehr einfach ganz sehr Straßenend segelt werden und neue Gärten und Parks gebaut werden damit man einen wirklichen Beitrag gegen die Hitze haben kann?
00:27:07: Das habe ich immer natürlich auch gefragt.
00:27:10: aber ihre Vision ist eine Art Vorgartenpark über die ganze Stadt hinweg.
00:27:15: also sie plädiert dafür dass wirklich auch large scale über die ganze Stadt hinweg anzuschauen.
00:27:23: Denn wenn es ein Netzwerk von Bäumen gibt, das sich über die gesamte Stadt hinwegt sieht dann wäre das auch für Vögel und Insekten sehr wertvoll.
00:27:34: Darüber ergeben sich eine Art Baumnetzwerk mit neun Habitaten und eine ganze Reihe von miteinander verbundenen kleinen Biodiversitätsinseln Und das scheint mir doch sehr attraktiv und sehr wahrscheinlich hin, wenn man das ein bisschen grösser denkt.
00:27:51: Doch auch sehr wirkungsvoll über die ganze Stadt hinweg
00:27:55: trifft sich ja auch sehr gut mit dem Stadt-Klimakonzept der Stadt Basel.
00:27:58: Das trifft dich auch mit dem neuen Freiraum Konzept dass eben Straßen vermehrt in Freiräume transformieren will.
00:28:05: aber jetzt eine Frage noch.
00:28:07: Samuel Emma Thomas spricht vom Zukunftsbäumen.
00:28:12: was sind Zukunfts Bäume?
00:28:14: Ja, Zukunftsbäume sind eigentlich diejenigen, die mit der zunehmenden Hitze im Sommer und in längeren Dürreperioden zurechtkommen.
00:28:23: Mein Bahn und dein Bahn betreibt viel Aufwand das die Bäume auch wirklich angepasst sind eben an jetzige und vor allem auch ans zukünftige Klima und dass die Bäime langfristig überleben und so langfristiger eine Wirkung empfalten.
00:28:38: Apropos Zukunft Du, Samuel hast ja nicht nur mit Meinbaum-Deinbaum gesprochen sondern dir auch noch ein anderes Projekt angeschaut.
00:28:45: Die Genossenschaft Lena im Iserlin-Quartier die auf dem Westfeld-Areal gebaut wurde.
00:28:50: Warum denn jetzt genau die?
00:28:54: Es ist relativ einfach weil ich in der Nähe wohne und öfters mal beim Westfelderial vorbeikomme Und ich fand schlicht interessant was dort in den letzten Jahren entstanden ist Nämlich eine Art neues Zentrum für das gesamte Quartier.
00:29:09: Also dort sind fünfhundertdreißig neue Genossenschaftswohnungen in den letzten paar Jahren entstanden, Das ist ein fünfund dreißig tausend Quadratmeter großes autofreies Areal.
00:29:22: Da gibt es etwa Tausend dreihundert Wellerstellplätze, Ladestationen und der Strom für die Versorgung der Bewohnerin kommt mehrheitlich von Fotovoltaik auf dem Areal selbst.
00:29:36: Und für die Wärmeversorgung gibt es Grundwasserwärmepumpen und dann ist das Areal auch noch an die Fernwärme ergänzt, also alles ist darauf ausgelegt dass das Areall wirklich mit erneuerbaren Energien betrieben werden kann.
00:29:54: Genau!
00:29:54: Das ist das areal rund um das alte Felix-Platterspital ein ziemlich charakteristischer Bau aus den Siebzigerjahren der für viele Architektinnen eine Ikone der Nachtkriegszeitsarchitektur ist.
00:30:07: Ja, und das Früchte ist dieser Bau sollte ursprünglich abgerissen werden aber stattdessen setzen sich einige ideenreiche Stadtplanerinnen dafür ein dass das alte Spital einfach umgebaut und umgenutzt wird.
00:30:20: jetzt gibt es dort etwa hundert dreißig Wohnungen über neun Stockwerke Und damit blieb auch ein zentraler Orientierungspunkt des Quartiers und ein Stück Baselgeschichte am Ende auch erhalten.
00:30:32: Heute gibt es auf der Marial einen großen Gemeinschaftsgarten, mehrere Cafés, Gewerberäume um Büros – und natürlich auch ein Spielplatz für die Kleinen!
00:30:42: Und dort steht auch ein besonderes Haus.
00:30:44: Dieses Haus wird betrieben und bewohnt von der Genossenschaft Lena.
00:30:49: Lena das steht für lebenswerte Nachbarschaften.
00:30:54: Sein Standort auch auf dem Bestwert.
00:30:56: Genau, es sind eigentlich zwei Bauten mit siebenundsiebzig Wohnungen für etwa hundert Siebzig Menschen und ich habe mir das zeigen lassen von Annette Graupe.
00:31:05: Sie war bei der Planung von Lena ganz von Anfang an mit dabei und lebt nun selbst in einer Zweizimmerwohnung in Lena.
00:31:12: Wir haben den Rundgang auf dem Vorplatz, dem sogenannten Forum begonnen.
00:31:18: Hier in der Mitte ist unser Herz quasi unser Zentrum Das ist die Kante Lena groß angeschrieben.
00:31:25: Und das ist eben auch eine quasi solidarische Restaurant, es ist öffentlich und
00:31:35: die Tagesbetreuung
00:31:36: Bagelstadt hat hier eben auch Räume bei uns in Lena.
00:31:40: Die Kinder kommen ja zum Mittagessen.
00:31:43: Aber man kann also jede Person, jeder Mann oder Mensch, jede Frau
00:31:48: können hier kommen
00:31:50: Und es gibt hier vegane und vegetarische
00:31:53: tolle
00:31:54: Gerichte.
00:31:57: Das ist unser Perimeter, wir durften den auch bepflanzen mit Töpfen, weil unten drunter die Tiefgarage ist.
00:32:06: Das hat unsere Möglichkeiten für noch weitere Bepflanzung beschränkt.
00:32:15: Aber wir sehen jetzt eben, das ist viel offene Fläche Mit Bäumen, mit Unterbepflanzung.
00:32:23: Also so dass eben auch das Regenwasser versäkern kann und auf dem gesamten Areal.
00:32:31: Das ist die Idee, dass wir hier ökologisch wohnen, dass keine Auto brauchen oder eine gute Nahversorgung haben und dass wir eigentlich alles vor Ort haben.
00:32:46: Wie zum Beispiel eben der BioFlix ist jetzt hier neu gekommen, also wir können da Tag und Nacht zum Beispiel einkaufen gehen.
00:32:52: Was ist der Bioflix?
00:32:53: Der
00:32:53: BioFlx ist ein Selbstbedienungsladen, der vierundzwanzig Stunden die ganze Woche offen hat und man kommt dann mit einem QR-Code rein.
00:33:01: Und das sind biologisch produzierte Produkte, die dort
00:33:04: angeboten werden?
00:33:05: Ganz genau, ganz genau!
00:33:06: Das kann man alles finden.
00:33:09: wirklich, das ist ein sehr gutes Sortiment.
00:33:11: aber...
00:33:12: Wir haben eben auch noch unser Lebensmitteldepot und das zeige ich dir jetzt mal gleich.
00:33:17: Das ist im innen drin bei uns, wir sind eben noch angeschlossen an eine solidarische Landwirtschaft und der Betrieb ist in Möhlien und von denen beziehen wir regelmäßig
00:33:29: einmal in der
00:33:29: Woche Gemüse.
00:33:31: Wir kriegen das
00:33:32: geliefert
00:33:33: bekommen und es wird ja im Lebensmitteldepot aufbewahrt im Kühlschränken Und wir können uns dann da bedienen.
00:33:49: Also jeden Dienstag kommt dann die Lieferung mit dem Gemüse und hier in diesen vier großen Kühlschränken wird das dann aufbewahrt, in diesem grünen Kisten.
00:34:02: Hier oben auf der Tafel steht dann wie viel jede Person, jeder Haushalt zuguter hat zum Beispiel Kartoffeln,
00:34:09: fünfhundert Gramm und Lauch
00:34:11: ein Stück usw.. Auch noch Menschen, die zum Beispiel ihre eigenen Produkte aus Silmgarten oder die sich zum Beispiel den wichtig ist.
00:34:29: Oder die in Zugang haben zu Haferflocken zum Beispiel.
00:34:33: Die bieten zum Beispiel Hafer Flocken an.
00:34:36: oder Quittensaft aus dem Garten gibt es hier auch.
00:34:40: oder Olivenöl wenn jemand jemanden kennt oder hohe nicht manchmal und so weiter, also man kann ja eben auch eigene Produkte oder indirekteigene Produkte eben auch noch anbieten für die Lena-Bewohnern.
00:34:58: Ich fand beim Rundgang ziemlich eindrücklich wie viel geteilt er und teils auch öffentlicher Raum das Haus bietet.
00:35:06: Also nicht nur die öffentliche Kantine, Sondern für die Bewohnerung gibt es auch eine Reihe anderer geteilten Räume.
00:35:15: Zum Beispiel das Nähatelier, ein stiller Raum für Yoga, eine Bibliothek und einen sehr schön gestalteten Baderraum mit zwei Badewannen.
00:35:25: Die Idee dahinter anstatt dass jede Wohnung eine eigene Badewanne hat was sehr viel Platz braucht, teilt man diese einfach.
00:35:34: Und wie sind die Bewohnerinnen und Bewohner in Lena organisiert?
00:35:39: Wer entscheidet Was, wann und wie?
00:35:44: Also die Genossenschaft ist weitgehend selbstorganisiert.
00:35:47: Die Bewohnerinnen können mitbestimmen.
00:35:50: Es gibt eine Geschäftsstelle ein Koordinationskreis mit einem Vorstand Und es gibt aber auch mehrere Betriebsgruppen für verschiedene Bereiche im Haus Wie zum Beispiel die Versorgung mit biologischen Lebensmitteln oder für die gemeinsam genutzten Räume wie den Dachgarten oder Bibliothek.
00:36:10: Und dann gibt es auch noch eine Gruppe für die Kommunikation.
00:36:12: Also falls es im Haus zu Spannungen kommt, dann gibt's dort Menschen, die sich eben darum kümmern und Lösungen suchen.
00:36:20: Wie werden denn in diesen Betriebsgruppen entscheide gefällt?
00:36:23: Das geschieht soziokratisch das heißt jede Person wird gefragt soll sich mit einbringen?
00:36:30: alle entscheiden gemeinsam.
00:36:33: Das bedeutet am Ende müssen eigentlich alle mit einem Entscheid einverstanden sein.
00:36:39: Also nicht einfach die Mehrheit entscheidet, sondern man sucht so lange Lösungen bis es dann keinen erheblichen Einwand mehr gibt.
00:36:49: Um diese ganze Arbeit – das Kommunizieren untereinander, das Einrichten von Inné-Ateliers und Bibliothek, die Versorgung mit biologischen Lebensmitteln – dass alles funktioniert auf der Basis von freiwilligen Arbeiten?
00:37:03: Das heißt ist das tatsächlich freiwillig!
00:37:07: Ja, zu einem sehr großen Teil schon.
00:37:09: Also alle Genossenschafteninnen leisten sechs und vier Zyklenastunden pro Jahr.
00:37:15: das heißt wer dort lebt der verpflichtet sich auch dazu eben einen gewissen Anteil Stunden in das Projekt zu investieren.
00:37:23: Das ist so im Vertrag vorgesehen.
00:37:26: Doch wie wer er nicht erzählt hat, leisten eigentlich die meisten ganz viel mehr Stunden für Lena schlicht.
00:37:33: Einfach weil sie Freude daran hätten um das Gutt-Tour wirksam zu sein und im Sinne des Gemeinwohls einen Beitrag zu leisten.
00:37:43: Samuat wenn ich dich richtig verstanden habe dann ist ja eine weitere ganz wichtige Charakteristik von Lena dass der private Flächenverbrauch zum Wohnen stark reduziert wird.
00:37:53: Also eben Badewan werden geteilt, oder?
00:37:55: Genau das ist eine der zentralen Ideen des Projekts so wenig private Fläche wie nötig dafür umso mehr gemeinschaftlich genutzter Raum.
00:38:05: Bei Lena steht jeder Person, die auf der Fläche zu verfügen.
00:38:11: Das ist doch einiges weniger als der Schweizer Durchschnitt, der bei forty-seitig Quadratmeter pro Person liegt.
00:38:20: Annette z.B.
00:38:21: sie lebt in einer kleinen Zweizimmerwohnung von drei und dreißig Quadranten.
00:38:26: Die Wohnung ist sehr hell, große Fensterfront, sehr modern mit viel Sichtbeton mit einem großzügigen Wohn- und Essraum, einer kleinen Kochnische und ein kleines Schlafzimmer.
00:38:38: Also es ist schon reduziert – sehr ansprechend aber reduziert!
00:38:42: Ich wollte von Anett wissen wie das für sie war als sie vor drei Jahren hierhin gezogen ist?
00:38:49: Ja in meiner Situation ich habe vorher schon klein gewohnt also ich hab schon mal geübt sozusagen, aber ich musste dann tatsächlich Bücher noch weggeben Und das Gute war, dass wir das alle mussten.
00:39:02: Die hier neu eingezogen sind und wie konnten die Bücher dann in die Bibliothek bringen?
00:39:09: Und die Betriebsgruppe Bibliotek gibt es auch zwei oder drei Bibliothekahre ausgebildete.
00:39:16: Die haben sie in der Bibliotek integriert.
00:39:21: Das heißt ich finde meine Bücher jetzt da auch wieder... Also nicht alle aber Also ich habe schon einige da wieder getroffen.
00:39:30: Und ansonsten nein, man muss sich wirklich sehr gut überlegen was man braucht und nicht braucht weil das wird schnell... also Schränke in den Schrank zum Beispiel der macht es schnell eng.
00:39:45: Man muss ein bisschen überlegen
00:39:48: dabei
00:39:48: was man sich hier zutut und dadurch dass es ja so viel gibt, so viele andere Räume.
00:39:55: Ich kann auch ausweichen, wenn ich... ...ich brauche zum Beispiel kein Bügelbrett und auch kein Bügeleisen mehr.
00:40:03: Darauf kann ich gut verzichten, weil ich habe das ja alles im Nähatelier oder auch all meine Nähsachen.
00:40:09: Ich hab zwar noch einen Nähkasten so außer Erinnerung von meiner Mutter aber brauchen tue ich den eigentlich nicht.
00:40:16: Also ganz viele Dinge des Alltags die hier auch geteilt werden dann unter den Bewohnern.
00:40:23: Ja,
00:40:24: oder wenn es zum Beispiel ein Raklettofen, den haben wir in der Gemeinschaftsküche.
00:40:28: Den können wir dann ausleihen mit denen z.B.
00:40:31: brauchen.
00:40:33: Oder Fondue, Rechos oder so was?
00:40:37: Oder Eismaschinen oder Küchenmaschinen.
00:40:40: also ist ja mir wirklich jede Menge und wenn das nicht... Wenn da nichts vorhanden ist, dann können immer noch unseren Chat...
00:40:48: Können
00:40:49: wir immer noch in unserem Chat schreiben hey ich suche Pizzaofen oder ich suche irgendwie einen großen Pfanne, oder ich Suche einen großen Topf.
00:40:59: Oder Ich suche eine Kaffeemaschine oder ein großer Thermoskanne.
00:41:05: kann mir jemand ausleihen Ja und dieser Chatte wird wirklich für alles genutzt auch um Autos auszuleihen.
00:41:12: oder wenn die Gästezimmer belegt sind fragt man tatsächlich sogar Und das finde ich wirklich bemerkenswert kann ist jemand gerade in den Ferien dürfen wir die eure Wohnung benutzen.
00:41:25: Und das funktioniert gut, also hier ist ganz viel Vertrauen da.
00:41:32: Also ich glaube, dass zeigt auch ein bisschen um was es ja eigentlich geht in Lena
00:41:42: und das heißt, es geht darum eben sich viel Raum zu teilen mit anderen Menschen.
00:41:47: muss ich mir das denn jetzt so vorstellen?
00:41:49: Dass sich die Menschen, die da jetzt wohnen haben sie alle schon gekannt, die wussten also auf was sie sich da einlassen wenn Sie dahin ziehen.
00:41:55: Das wollte ich voneinander auch wissen vor allem ob das mit dem Miteinander, dass anscheinend doch sehr ausgeprägt und sehr wichtig ist.
00:42:03: Ob das alles schon so geplant war oder ob sich vieles dann auch einfach im Machen ergeben hat und organisch gewachsen ist?
00:42:12: Ja wir haben uns nie als Gemeinschaft betrachtet und hatten auch nie den Anspruch eine eigentliche Gemeinsschaft zu sein wie es viele andere zum Beispiel Bildungsorte sind andere Häuser oder kleinere Häuser, die sich zusammentun und wirklich gemeinschaftlich wohnen möchten.
00:42:35: Das war nie unser Anspruch!
00:42:38: Und umso überraschender war es als wir hier eingezogen sind uns so viele offene freundliche zugewandte Menschen getroffen haben, die alle ungefähr im Grunde das Gleiche wollten nämlich auf kleinen Fuß leben und das Leben genießen und auf nichts verzichten müssen.
00:43:01: Weil das ist ja auch immer so eine Frage des Narratifs, was verzichte ich denn?
00:43:11: Also ich bin froh dass ich kein eigenes Auto habe.
00:43:14: für mich wäre es... also ich verzichte da überhaupt oft gar nicht, dass ich keinen Auto habe sondern für mich ist das ein Gewinn!
00:43:24: Dass ich hier so viele Mobility Autos habe und auch im Prinzip nur einmal im Jahr das Auto brauche und mit dem Welle überall hinkomme, kaum einkaufen muss.
00:43:37: Und trotzdem gut versorgt bin.
00:43:40: Also mir geht es besser als je zuvor.
00:43:44: Deshalb würde ich auch sagen das ist die Zukunft.
00:43:48: Wir leben schon in der Zukunft wir wohnen schon in dieser Zukunft.
00:43:58: Zum Schluss unseres Gesprächs können wir dann noch auf die Diversität im Haus zu sprechen Weil ich habe mich natürlich dann schon auch gefragt, ob das wirklich ein Wohnmodell ist, dass
00:44:07: allen
00:44:08: offen steht oder doch eher eine Option für Privilegierte.
00:44:14: Also vielleicht altersmäßig ist es so der Baselarschnitt den wir hier haben und was Nationalitäten betrifft, ist es sicherlich so, dass Schweizerinnen und Schweizer und Deutsche und Weißhäutige dominieren.
00:44:34: Aber das ist nicht unsere Absicht gewesen und wir haben nicht so viel Einfluss darauf.
00:44:41: Wir haben einen Solidaritätsfonds,
00:44:43: d.h.,
00:44:44: wenn Menschen in Ausbildung oder mit
00:44:47: vielen Kindern
00:44:49: hier leben möchten dann ist es möglich.
00:44:51: Dann gibt es Unterstützungsmöglichkeiten auch was den Genossenschaftsanteil betrifft.
00:44:59: da kann Lena unterstützen und helfen Beziehungsweise.
00:45:04: wir alle tun das.
00:45:05: Also es ist auch Teil von unserer Miete, dass wir so einen Solidaritätszuschlag mit finanzieren der Teil von unseren Mieten
00:45:13: sind.
00:45:23: Das war jetzt Annette Graube.
00:45:24: sie ist Mitinitiatorin des Hauses Lena auf dem Westfeld Areal in Basel und Samuel du hast mit dir gesprochen.
00:45:33: ganz herzlichen Dank!
00:45:34: Danke euch!
00:45:34: Ja ich
00:45:35: glaube wir sind uns einig, dass es solche zukunftsweisenden Projekte braucht wie Meinbaum, Deinbaum oder eben auch dieses Projekt Lena.
00:45:44: Also Projekte die eben eine Verantwortung der Besitzenden für das Allgemeinwohl betonen und fördern oder die eben auch aufzeigen wie das gemeinschaftliche, das gerechte einvernehmliche Zusammenleben funktionieren könnte.
00:45:59: aber die Frage stellt sich ja immer auch
00:46:02: was
00:46:02: bringt das dem Klima?
00:46:05: Ich denke diese Projekten nehmen ja ein Stück die Zukunft vorweg Und den Wert oder den Beitrag von diesen Projekten sehe ich eigentlich in zwei Punkten.
00:46:12: Einerseits ganz konkret, die tun was zum Beispiel gegen die Hitze.
00:46:16: Wenn da ein Baum steht dann ist es da kühler Punkt.
00:46:19: Gleichzeitig kann diesen Effekt vom eigenen Tunen zu sehen.
00:46:23: das kann auch sehr motivierend sein gerade wenn man sich vielleicht hilflos oder überfordert führt oder nicht weiß Was kann ich denn noch tun außer irgendwie grün einkaufen?
00:46:31: Für manche ist es schön zusammen mit anderen an Lösungen zu arbeiten.
00:46:35: Das wiederum ist dann auch ein Ort, wo sich Menschen über einzelne Projekte hinaus politisch engagieren.
00:46:41: Das wäre der eine Effekt, den ich sehe in diesen Projekten.
00:46:45: Der andere ist so'n bisschen diffuser.
00:46:46: Ich würde sagen die Helfen der Vorstellung auf dem Sprung.
00:46:50: Es ist ja immer schwer sich vorzustellen wie genau das es denn wäre wenn's anders wäre.
00:46:55: Ist irgendwie einfacher sich etwas nicht vorzustelle also Nicht fliegen!
00:46:59: Das kann ich mir Ihnen vorstellen weil da sehe ich einen Flugzeug und dann ist es halt nicht.
00:47:03: Aber wie sieht denn dann mein Urlaub aus?
00:47:05: Das ist sehr viel, viel schwieriger.
00:47:06: Und ich denke hier sind diese Projekte sehr, sehr spannend weil sie wie kleine Utopien liefern also die helfen um sich die Welt wirklich anders vorzustellen.
00:47:22: Ich glaube das ist ganz zentral.
00:47:24: du sagst es dass das erlebt werden kann und das eben auch gesehen wird dass Menschen deshalb nicht unglücklicher werden sondern dass das Glückspotenzial im Leben möglicherweise eben größer wird, weil auf bestimmte Dinge zwar in Anführungszeichen verzichtet werden muss.
00:47:43: Aber dass die Person, die es eben betrifft auch dazu gewinnt.
00:47:48: und diesen Zugewinnen geht es uns ja eigentlich
00:47:52: auch
00:47:52: um das gute Leben innerhalb von planetaren Grenzen.
00:48:04: Genau wir feiern den Abschluss von unserer kleinen Baselserie mit einem Aperom die zu Serie beigetragen haben und auch euch.
00:48:12: Mit euch, lieben Hörerinnen und Hörern!
00:48:15: Und zwar am achtzehnten Juni auf der Terrasse im dritten Obergeschoss des Werkraums Wartbeck in Basel.
00:48:21: Wenn ihr kommen wollt freuen wir uns sehr.
00:48:23: Bitte meldet euch doch an unter mail-at-treibhaus-podcast.ch.
00:48:29: Vielen Dank, wir freuen uns.
00:48:32: Damit sind wir eben schon am Ende mit dieser kleinen Barsler Serie.
00:48:37: Es hat uns glaube ich große Freude gemacht, mal genauer hinzuschauen wie eine Stadt Basel sich entwickeln könnte was das an Modellcharakter haben könnte für andere Städte inwiefern dass eben eine Art Folie wäre die andere städte kopieren könnten.
00:48:53: es war auch ein großes Vergnügen zweimal live vor euch den podcast produzieren zu können und anschließend, das war ja jeweils nicht auf der Aufnahme auch mit euch noch zu diskutieren.
00:49:06: Also diese Live-Aufnahmen werden wir ganz sicher bei behalten – auch bei den kommenden Serien!
00:49:13: Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Christoph Merian Stiftung, die diese Episoden mit einem großzügigen Beitrag unterstützt hat.
00:49:22: Und wir danken natürlich auch allen unseren Spenderinnen und GönnerInnen, die uns unterstützen.
00:49:29: Genau!
00:49:30: Gerne könnt ihr auf den Knopf Unterstützung auf unserer Webseite klicken.
00:49:34: Das ist alles ganz selbst erklären.
00:49:36: vielen herzlichen Dank.
00:49:37: Vielen Dank
00:49:38: Ja.
00:49:39: und in der nächsten Episode, da spreche ich Südblis mit dir Christoph über deinen neuen Roman.
00:49:45: Nennt mich Wellenkam heißt er, der ist gerade eben erschienen.
00:49:48: Das ist ein Roman, der mit dem Klima zu tun hat aber nicht nur
00:49:53: Genau.
00:49:53: es ist kein Klima-Roman sondern es ist einen Roman der eher so in Richtung einer Sozialutopie geht also gewissermaßen Lena mal hundert Lena mal tausend.
00:50:08: Wir öffnen damit eine kleine Serie unter dem Titel Zukunft denken.
00:50:14: Das sind insgesamt vier Gespräche, wir möchten gerne Gespräche führen mit der Wissenschafts Historikerin Kirsten Meier zum kleinen aber sehr feinen Buch.
00:50:25: besser um die Zukunft streiten.
00:50:27: so ist der Titel.
00:50:28: Wir sprechen mit Ina Kun zu ihrem Forschungsprojekt über die Voraussetzungen für das zukünftige.
00:50:34: Und wir hoffen, dass wir mit Rebecca Solnit sprechen können – mit der amerikanischen Aktivistin und Autorin zu ihrem Buch The Beginning Comes After the End.
00:50:51: Wie immer, am letzten Freitag des Monats.
00:50:53: Eine Produktion von PodcastLab mit Samuel Schlafly, Esther Peetsche Oliver Christe, Lena Schubert und Anna Ida Vierz Mit der Musik von Lukas Fretz und mit mir Dilla Gurtner
00:51:03: Und mit mir Christoph Keller.
00:51:05: Ihr findet uns auf www.treibhauspodcast.ch und überall wo es gute Podcasts gibt auch auf www-podcastlab.ch Und immer am dritten Wochenende des Monads und eher auf Radio X Und wir sind auch auf Instagram und auf LinkedIn.
00:51:23: Wie immer am Ende dieser Hinweis, wenn euch Treibhaus gefällt, wenn ihr Anregungen habt oder Kritik schreibt uns auf mailattreibhauspodcast.ch.