00:00:00: Hallo Lila!
00:00:01: Hallo Christoph.
00:00:02: Und
00:00:02: herzlich willkommen zur Treibhaus der Klimapodcast und ich freue mich, dass wir heute wieder ein Zukunftsgespräch haben werden.
00:00:11: Genau unsere Zukunfts gespräche insgesamt vier haben wir nämlich vorgesehen die sollen uns diesen Sommer bisschen die Perspektive erweitern nicht unbedingt weg von der klimafrage aber uns doch so ein bisschen anstoßen zum überlegen was denn noch dazugehört oder was vielleicht eben gar nicht so viel damit zu tun
00:00:29: hat.
00:00:30: Ja und dazu gehört eben auch immer wieder die Frage, wie wir über die Klimakrise reden.
00:00:36: Und ich glaube diese Frage ist insbesondere im Moment sehr relevant weil wir ja einerseits in dieser Hitzewelle drinstecken im Moment wo wir aufnehmen.
00:00:47: Es gibt ja da auch immer wieder diese Diskussionen.
00:00:51: Ist
00:00:51: das jetzt
00:00:52: nun eine momentane Erscheinung oder ist es die Auswirkungen der Klimakrise?
00:00:57: Oder wie wäre es, wenn wir die Klimakrisen nicht hätten?
00:01:01: Jedes Mal, wenn ein solches Wetterereignis auftritt, beginnen wieder die Diskussionen.
00:01:06: und wie wir über diese Phänomene und wie ihr übers Klima überhaupt streiten, darum geht es in dieser Episode.
00:01:19: mit Christoph Keller
00:01:22: und Lilla Gurtner.
00:01:24: Und Christoph, du hast ein Gespräch geführt zur Streitkultur.
00:01:27: also wie können wir denn uns richtig anständig streiten?
00:01:32: Aber da ging es ja nicht nur ums Streiten an sich und nicht nur das Klima sondern auch noch um mehr oder?
00:01:39: Genau!
00:01:40: Es ging auch um vielmehr in diesem Gespräch dass ich mit Kirsten Meier geführt habe.
00:01:45: Kirstin Meier ist Koautorin eines schmalen, aber gehaltvollen Buchs mit dem Titel besser um die Zukunft streiten.
00:01:53: Kirsten Meier ist Professorin für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
00:01:58: Sie forscht und lehrt dort ethikpolitische Philosophies
00:02:02: und
00:02:02: die Taktik der Philosophien.
00:02:05: Und sie hat sich eben auch intensiv mit zukunftsethik auseinandergesetzt.
00:02:11: Ihr vorletzes Buch trägt den Titel, Was Schulden wir künftigen Generationen?
00:02:16: Und ein
00:02:17: bisschen um diese
00:02:18: Frage wer was wem und warum schuldet war eben auch Thema in unserem Gespräch.
00:02:24: Insbesondere rund um die Frage wie viel Moral wir eigentlich in die Diskussion hineinbringen dürfen wenn wir über das Klima reden Wenn wir miteinander übers Klima Reden Vor allem wenn wir mit Menschen reden, die eher in der Tendenz wegschauen oder leugnen.
00:02:45: Oder zum Beispiel sagen na so schlimm ist es eben doch nicht.
00:02:50: Ich habe Kirsten Meyer zunächst gefragt was gemeint ist?
00:02:53: Wenn im Vorwurf zum Buch besser um die Zukunft streiten eine Anleitung einer Art Aufforderung dringend steht nämlich, ich zitiere besonnen vernünftig und lustvoll über die Zukunft dieses Planeten nachzudenken.
00:03:10: Warum also alle drei?
00:03:12: Dass wir eben besonnen lustvoll und vernünftig über diese Zukunft diskutieren sollen.
00:03:22: Also zum nächsten Mal denke ich wollten wir hier einfach ein paar Missverständnisse vermeiden indem wir diese drei Dinge hier gleich genannt haben.
00:03:30: und ja das Missverständnis besteht unsere Sachen vor allem darin, dass sich das ausschließt.
00:03:35: Also wenn man über die Zukunft streitet und notwendigerweise in elenden Debatten verlieren muss sie dann auch keinen Spaß mehr machen.
00:03:46: daher das Lust voll.
00:03:48: gleichzeitig ist es uns eben wichtig vernünftig darüber nachzudenken das Gespräch mit anderen auf eine Weise zu führen in der man weiter kommt und ja das sollten besonnen und vernünftig und noch mal deutlich machen, was wir uns darunter vorstellen.
00:04:03: Besonders in dem Sinne von manch Schritt zurücktreten.
00:04:06: Zunächst überlegen, worum es überhaupt geht?
00:04:08: Was für die jeweils andere Person hier auf dem Spiel steht?
00:04:11: Von welchen anderen ausgehen sie argumentiert?
00:04:14: Und vielleicht in diesem Gespräch auch festzustellen, dass es doch mehr Gemeinsamkeiten gibt als man eigentlich vermutete, weil man sich doch so auf ganz Grund legende ... Dinge einigen kann, dass uns die Zukunft unserer Kinder beispielsweise wichtig ist.
00:04:29: Das ist ja nichts was wirklich umstritten ist.
00:04:31: und umstriten ist dann nur was zu tun ist, um für diese gute Zukunft auch zu sorgen.
00:04:36: und wir reden an da weiterzukommen indem man mal genauer nachfragt was eigentlich auch für diese konträren Positionen jeweils aus der anderen Perspektive sprechen könnte so das man sich da ernährt und dadurch die Sache voran bringt.
00:04:53: also Gemeinsamkeiten suchen, auch gemeinsamkeiten über die Differenzen hinweg.
00:04:59: Das bedeutet auch – wenn ich das zusammenfasse, Kirsten Meier – eine neue Diskussionskultur, eine Diskussionskultur, die eben auch die eigene Position möglicherweise hinterfragt?
00:05:13: Ich glaube, dass ist ja genau das was heute eben nicht stattfindet, wenn wir gerade auch über Klimafragen ... diskutieren.
00:05:21: Da wird es eben auf allen Ebenen, auf der personalen Ebene aber auch auf der politischen Ebene – auf der kulturellen Ebene sogar auch – wird es dann schnell gehässig.
00:05:31: jetzt wenn sie als Ethikerin und als Philosophin die sich auch mit den Zeitfragen stark beschäftigen, Kirsten Meier eine Einschätzung geben könnten warum das so geworden ist heute?
00:05:46: Ich habe den Eindruck dass in der gegenwärtigen Diskussionskultur im gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurs, bei bestimmte Dinge in den Vordergrund getreten sind die diesen Diskurs so schwierig machen.
00:06:01: Also insbesondere Misstrauen, Résentiments, Feindseligkeiten, die die Kommunikation über Anliegen erster Ordnung also das was wir tun sollen deshalb so schwierigmachen weil es gar nicht mehr um diese Sachfragen geht sondern um etwas ganz anderes, nämlich darum die eigene Unter- oder Überlegenheit hier auszufächten.
00:06:25: Und das ist etwas was der Sache selbst eben nicht dienlich ist weil man gar nicht mehr über diese Sache selbst sprechen kann.
00:06:35: und statt um die Sache geht es dann oft darum wie man selbst oder auch die Gruppe der man sich zugehörig fühlt mit den eigenen Meinungen da steht und das verhindert es dann auch gegenseitig von den Perspektiven, anderer zu lernen.
00:06:50: Weil doch eben andere in diesem Gespräch nur noch als Gegner angesehen werden, denen man nicht vertrauen kann.
00:06:57: Und ihre Positionen wären dann gar nicht so gehört, dass es darum geht jetzt ja ein Problem gemeinsam zu bearbeiten sondern die werden so gehört dass es da eher um Fallens jährliche manchmal vielleicht sogar zynische Angriffe geht auf den eigenen Status.
00:07:11: Und das ist etwas, was man meines Erachtens unbedingt versuchen muss anzugehen und da ist es dann aber eben auch wichtig auf eine Weise aufeinander zuzugehen die das erst mal durchfricht.
00:07:24: Und da würden Sie sogar so weit gehen ich fragt da zurück dass wir es hier eigentlich mit einem identitären Problem schon fast zu tun haben dass also wenn wir über Klimafragen sprechen sich die Menschen auch in ihrer Identität und Selbstverständlichkeit sehr schnell Angegriffen fühlen?
00:07:42: Genau, das denke ich schon.
00:07:44: Und zum Teil ist es auch vielleicht sogar verständlich wenn es darum geht dass man vielleicht auch nicht sieht was für die andere Seite da jeweils ab dem Spiel steht und vielleicht auch Form von Ungerechtigkeiten nicht gesehen werden Von beiden Seiten nicht gesehen.
00:08:04: die von beiden Seiten, also von der Klimaaktivistin und von denen, die da eher bremsen.
00:08:10: Vielleicht darf keine Bit genommen werden sollten so dass man auch versteht woher bestimmte Vorbehalte kommen und warum sich diejenigen, die jetzt gegenüber bestimmten Maßnahmen des Klimaschutzes zurückhalten sind manchmal auch selbst ungerecht behandelt fühlen.
00:08:26: Manchmal ist es auch einfach, die Unwilligkeit in einem Lebensstil zu ändern.
00:08:30: Das will ich gar nicht in Abrede stellen und nicht mehr als das aber manchmal ist es vielleicht ein berechtiges Hinweisen darauf wie groß der Fußabdruck von welchen Akteuren hier eigentlich ist und was man selbst leisten kann und muss auch im Vergleich zu anderen.
00:08:47: Was wäre jetzt einer dieser Kernpunkte wo Sie sagen würden?
00:08:51: Wo sich eben diese Identité fast schon Persönliche Diskussion entzündet.
00:08:58: Ist das das Fliegen, ist es der Gebrauch des Autos?
00:09:02: Ist es der Konsum wo dann plötzlich die Menschen sensibler reagieren?
00:09:08: also je näher es eigentlich an die eigene Lebensposition herangeht um so sensible reagieren Menschen?
00:09:16: Ich weiß nicht ob ich das für allgemein kann, ich bin ja auch nur Philosophin und da sind einfach jetzt viele empirische Fragen im Spiel.
00:09:24: aber aus philosophischer Perspektive, denke ich kann man zum Beispiel das Problem des Moralismus also den Vorwurf dass bestimmte moralische Urteile von Klimaaktivisten oder denenjenigen die am Klimaschutz interessiert sind.
00:09:42: Dass sie moralistisch sein so auf verschiedene Weise einordnen.
00:09:46: Also man kann einerseits sagen, dass es darum geht, dass diejenigen dem moralistischen anderen etwas vorwerfen, was sie selbst eigentlich auch nicht besser machen.
00:09:57: Also dass die eigentlich gar nicht in der Position sind um andere hier moralische Vorwürfe zu machen oder man kann diesen Vorwurf auch so verstehen das es darum geht ja sowas wie Tugend Porzarei zu betreiben also zu sagen ich stehe hier besonders moralisch besonders gut da und du stehst eben schlechter.
00:10:15: und deswegen
00:10:16: bin ich genau, deswegen
00:10:18: bin ist besser.
00:10:20: Und das sind eben bei, dass tatsächlich auch problematische Züge auch manchmal der Debatte selbst.
00:10:27: Und da finde ich Spiegel schon eine Rolle, dass man schon auch gucken muss wenn man jetzt beispielsweise anderen einen Vorwurf macht für ihre Ernährungsgewohnheiten, selbst aber ständig Fernreisen macht dann kann man sich mal die CO²-Bilanz von diesen Dingen angucken und dann steht man vielleicht nicht unbedingt besser dazu.
00:10:47: Das heißt jetzt aber nicht, und das ist jetzt denke ich wichtig.
00:10:50: Dass nicht sowohl die Ernährung wie auch die Mobilität unter dieser Brille der CO-II-Emissionen betrachtet werden sollten.
00:10:59: Und dass wäre dann der dritte Aspekt des Moralismusvorwurfs.
00:11:03: Manche Menschen meinen, dass die moral in diesen Lebensbereichen einfach per se gar nichts zu suchen hat.
00:11:09: Also es ist meine Sache, wie ich mich vorbewege, es ist meiner Sache, und, um mich heize und so weiter.
00:11:18: Und da kommt dann die Philosophie auch wieder ein Spiel in dem sie sagen kann das ist vielleicht nicht ganz so einfach dass man da sagen kann Das ist meine Sache Denn meine Sache sind Dinge mit denen ich anderen keinen Schaden zufüge.
00:11:32: Freiheitseinschränkungen sind aber selbst aus liberaler Perspektive Dann auch irgendwann gereichtfertigt wenn ich mit meinem eigenen handeln anderen schaden zu fügel und moralische Vorwürfe wohl auch.
00:11:46: Und dann muss man sich immer noch streiten darüber, was das individuelle Handeln hier eigentlich ausrichtet und ob eigentlich nicht eher eine Form von kollektiver Perspektive eingenommen werden sollte wegen der In effektivität des eigenen Handels gerade an Gesicht dieses Klimawandels.
00:12:02: also wir bekommen da gleich die Zeit in den nächsten philosophischen
00:12:05: Fragen.
00:12:06: aber dass man jetzt per se sagen muss Das sind alles Bereiche, in denen die Moral nichts verloren hat oder dass es sein, die eigentlich angemessene Perspektive wäre.
00:12:16: Ich glaube das lässt sich relativ schnell auch an anderen Beispielen zeigen, dass man es sich so einfach eben da doch nicht machen kann und da gab der Moralismus Vorwurf gar nicht.
00:12:27: Also der gute alte Grundsatz, dass meine Freiheit dort da endet wo eben die Freiheit des Anderen beginnt und dass neben dem Lettere also niemand den Schaden eigentlich eines der Grundprinzipien einer Gesellschaft sein sollte.
00:12:44: Jetzt, bevor wir ein bisschen mehr in die Details dieser Diskurse oder dieser möglichen Diskurs hineingehen, Kirsten Meier, warum sind solche, ich sage es mal, regelbestimmte Arten über das Problem zu reden und auch einen, wie Sie schon, wie wir vorhin gesagt haben, einen besonderen Vernünftigen und eben nach lustvollem Diskurs zu führen so wichtig für eine Demokratie?
00:13:12: Also die Regeln müssten natürlich nicht sagen, wenn sie inhaltlicher Art sind auch verhandelt werden.
00:13:20: Die moralischen Regeln sind ja gerade das vielleicht worüber wir uns hier auch streiten.
00:13:25: aber unter Regeln könnten Sie jetzt auch meinen bestimmten Diskurs regeln also dass man sich erst mal zuhört, dass man immer bereit ist die eigenen Positionen zu begründen bemüht es zumindest um eigene Konsistenz, sich nicht widerspricht und wenn jemand darauf heen weiß das auch ernst nimmt.
00:13:48: Also da sind so Dinge.
00:13:50: die sind natürlich wichtig um diesen vernünftigen Diskurs überhaupt erstmal zu erwöglichen.
00:13:56: Und dann ist natürlich die Hoffnung dass man sich auf bestimmte Regeln auch einigen kann wie etwa das was sie gerade angesprochen haben also das man sich nicht ungerechtfertigten Schaden zu schügen darf.
00:14:11: In ihrem Buch, das Sie mit herausgegeben und mitgeschrieben haben besser um die Zukunft streiten gehen sie von ganz verschiedenen Seiten an dieses Thema heran im Wesentlichen aus einer philosophischen Perspektive.
00:14:23: Und ich glaube wir können ja sagen bei diesem ganzen Thema geht es ja tatsächlich ohne dass jetzt dramatisieren zu wollen um die Existenz der gesamten Menschheit.
00:14:37: Was erstaunlich ist, und wir haben schon ein wenig darüber gesprochen jetzt, dass alles zu einer ideologischen Diskussion herunterbuchstabiert wird.
00:14:47: Und auch zu einer Ideologischen.
00:14:50: Was ist da das Problem dieser Ideologisierung?
00:14:53: Oder Sie haben es vorhin schon angesprochen eben diese Moralisierung?
00:14:59: Den Punkt ist ja gerade so eingeleitet, dass Sie gesagt haben das es bei der Klimafrage um die Existenz der gesamten Menschheit geht.
00:15:07: Und da würde ich sagen, das ist vielleicht auch so ein Punkt, der von manchen schon als ideologisch angesehen wird.
00:15:15: und deswegen würde ich denken wenn das so ist muss man sich mal angucken ob da eigentlich was dran ist an diesem Ideologievorwurf?
00:15:23: Das tun wir dann in unserem Buch im entsprechenden Kapitel Und einfach um das jetzt mal so beispielhaft deutlich zu machen, wie wir davor gehen.
00:15:32: Wir sagen nämlich da ist in gewisser Weise was dran!
00:15:36: Denn es ist so dass der letzte Bericht des Weltklimarats also das EPCC auf seinen vielen tausend Seiten an keiner Stelle dieses Szenario, das die Menschheit ausstirbt ernsthaft diskutiert hat.
00:15:51: So Aber und das ist natürlich der wichtigere Punkt Was da diskutiert wird, das sind eben Szenarien die Armutvertreibung und Tod mit sich bringen durch die Erderwärmung.
00:16:05: Und da ist es dann so dass die Erwärmmung auch um selbst Bruchteile von gerade jeweils diese enorm Schäden mit sich bringt und das alles was wir jetzt also tun um diese Erwährmung zu begrenzen tatsächlich auch diese Art von Schäden begrenzt.
00:16:24: Und insofern natürlich enorm wichtig und vor ganz großer Tragweite ist, aber dass man sich zunächst mal darauf einlässt und auch versucht zu verstehen warum vielleicht manche sozusagen dieser Art von Äußerung die Menschheit stirbt aus überzogen finden und mal zu überlegen Ist die nicht vielleicht auch überzogen?
00:16:42: Das wäre denke ich auch ein erster Schritt um diesen Ideologievorwurf so ein bisschen auszubremsen.
00:16:49: Und dann denke ich, kann man auch gucken, dass man vielleicht ein bisschen die Gemüter beruhigt.
00:16:55: Vielleicht den Fatalismus der manchmal in dieser Debatte eine Rolle spielt?
00:17:00: Also bringt alles eh nichts mehr klar wenn die Mensch halt kurz vorm Aussterben steht?
00:17:04: Dann bringt vielleicht auch alles nichts mehr.
00:17:06: aber wenn es darum geht das gerade von Erwärmung und so katastrophale Folgen jeweils haben, dann bringt bis eben doch was Die erwärmungs... möglichst gering zu halten, auch wenn sie gar nicht mehr abwendbar ist.
00:17:20: Also so diese ein bisschen subtileren Facetten des Problems die bringen das dann glaube ich auch verdünntes Kurs?
00:17:27: Also sich schon mal darüber zu einigen dass eben Vorsicht als oberstes Prinzip nicht schlecht ist sei es bei einer Bergwanderung im Schwimmbad oder in der Klimafrage das wäre vielleicht so der minimale Nenner.
00:17:44: Und jetzt einer dieser minimalen, oder sage ich mal Anschlussfähigen nennen, Bezugsysteme ist ja die Wissenschaft.
00:17:55: Das war und ist nach wie vor eines der großen normativen Systeme und der Systeme auf die wir auch ein Stück weit uns verlassen können.
00:18:06: Genau dieses System, Kirsten Meier, ist in die Krise.
00:18:11: gekommen und darüber reflektieren sie im Buch ja auch immer wieder wie wir mit diesem Problem umgehen sollten.
00:18:19: Ja, auch da vielleicht nochmal so ein kleiner Versuch auf die Gegenseite zuzugehen den wir auch im Buch unternehmen also dieser Slogan Follow the Science der prägt ja die Debatte In gewisser Weise irgendwie natürlich völlig zurecht und diese Wissenschafts-Skepsis ist in großen Teilen auch einfach ein riesiges Problem.
00:18:48: Aber was man schon sagen kann, dass die Klimawissenschaft selbst ja nicht direkt handlungsleitend sein kann weil es eben hier um aufbestimmte Werte und Normen geht handelt werden müssen und die Wissenschaft selbst nicht vorgeben kann, sondern es geht darum dass man hier Szenarien hat, die man dann einordnen muss in bestimmte gesellschaftspolitische Entscheidungen wie wir gemeinsam fällen müssen.
00:19:19: Also die Wissenschaft, die Klimawissenschaft können sagen ja es wird bei einer globalen Erwärmung um so und so viel Grad wird es mit der und der Wahrscheinlichkeit diese Katastrophalen befolgen geben.
00:19:30: oder Wenn wir nicht in den nächsten Jahren diese oder jene Hebel so oder so umlegen, dann ist mit einer Erwärmung, um so und so viel Grad zu rechnen.
00:19:39: Und jetzt muss man uns überlegen ja wie schauen wir denn jetzt auf diese katastrophalen Folgen?
00:19:45: Wie viele Gewicht haben die für uns im Vergleich zu anderen Dingen?
00:19:49: Wie viel sind wir bereit dafür auch aufzugeben?
00:19:51: Welchen Preis sind wir dafür bereit zu zahlen?
00:19:55: Am Ende würde ich denken, der Preis ist gar nicht hoch.
00:19:59: Die Wissenschaft kann auch wiederum ausrechnen welche ökonomischen Kosten es eigentlich hat hier nicht gegen zu steuern.
00:20:06: aber dennoch das sind alles überlegt um die eingebettet werden müssen in gesellschaftspolitische Diskurse und deswegen ist einfach nur zu sagen volleres Science auch so wenig und vielleicht erklärt es auch ein bisschen von dem Misstrauen derjenigen die jetzt hier irgendwie gegenüber solchen Slogans Ja, nicht die nötige Offenheit mitbringen.
00:20:25: Wie sich das dann wiederum diejenigen wünschen?
00:20:28: Die finden dass die Wissenschaft hier viel zu stark in Frage gestaltet wird.
00:20:31: also ich denke aus der Wissenschaft selbst hier jetzt vielleicht auch aus der Pilografie können da schon ein paar Impulse kommen, dass man sagt okay ja wir müssen auch zwischen empirischen und normatiken Fragen trennen über einiges müssen wir uns eben auch gesellschaftlich verständigen so dass man da auch so ein bisschen aufzeigt welche Rolle eigentlich die wissenschaft dabei hat.
00:20:52: Aber dass ihr eine in weiten Kreisen leider jetzt eine zu geringe Bedeutung beigemessen wird, das sind wir uns natürlich vorkommen einig und das ist auch ein Riesenproblem.
00:21:03: Und das Problem ist ja vielleicht noch ein bisschen fundamentaler oder geht vielleicht sogar ein bisschen tiefer als was Sie jetzt geschildert haben im dem Sinne, dass eben nicht nur die Frage Follower of the Science im Zentrum steht sondern der Science überhaupt.
00:21:19: also das überhaupt schon... die empirischen Daten und Wissensproduktion der Wissenschaft in der Zwischenzeit von der nicht aussterbenden Gattung, Herr Klima-Leugner.
00:21:33: Wir dachten ja mal, die sei ausgestorben, diese Gattungen gäbe es gar nicht mehr.
00:21:38: aber sie sind immer noch da dass eben auch diese Empirie heute infrage gestellt wird.
00:21:43: Es wird gar nicht so heiß wie ihr immer behauptet oder Die Gletscher schmelzen ja gar nicht so schnell wie ihr behauptet, sie wachsen sogar.
00:21:53: Wieder alle Evidenz und die Menschen sind bereit das zu glauben!
00:21:57: Da sind wir ja an einem ganz fundamentalen Punkt wo es nicht mehr nur darum geht über die Folgen einer wissenschaftlichen Einschätzung zu sprechen sondern über die Wissenschaft überhaupt.
00:22:08: Das stimmt schon.
00:22:09: also nur dass es eben nicht D-Menschen sind, manche Menschen... Und diese Menschen gilt es zu überzeugen.
00:22:17: Dafür muss man aber mit diesen Menschen ins Gespräch kommen und irgendwie versuchen, eine gemeinsame Basis herzustellen auf der das wieder möglich ist.
00:22:29: Manche sind pessimistisch, aber ich bin da vielleicht verzweifelt.
00:22:33: optimistisch weil ich auch nicht sehe wie's anders geht als so dass man gemeinsam ins Gesprich kommt.
00:22:39: gibt allerdings seine Attraktivität in diesem Diskurs der Leuchnung, der Wissenschaft oder es geht ja alles schon seinen richtigen Weg und so schlimm ist das ja nicht.
00:22:49: Nämlich dass die Personen für diese Diskurse attraktiv sind eben davon entlastet sich dem Problem zu stellen.
00:23:00: also das heißt wenn uns diese Personen sagen Es wird gar nicht so schlimm kommen dann sind wir eben auch bereit, einfach das so anzunehmen und so weiter zu machen wie bis anhin.
00:23:13: Und wir müssen gewisse Themen gar nicht ansprechen.
00:23:16: Wie zum Beispiel schmerzhafte Themen wie Privilegien des Wachstums, der Wachsungsverzicht usw.
00:23:26: Das haben Sie vorhin ja schon angesprochen, Kirsten Meyer nach dort mal zu fragen wo können wir und wo sollten wir unser Leben ändern?
00:23:36: dieses unser Leben ändern scheint ja wirklich ein großes Problem zu sein und dann trigger auch eben genau diesen Klimaleugner weiter hinzufolgen.
00:23:47: Ja, wobei man sich jetzt hier denke ich schon auch anschauen muss ob diese Leugnung eigentlich von Akteuren stammt die mit fossilen Energien ihr Geld machen oder ob die Leugnung von Leuten kommen, die gerne einmal im Jahr in den Urlaub pflegen möchten.
00:24:07: Und das ist jetzt zunächst mal ein großer Unterschied.
00:24:10: und bei denenjenigen, die den Eindruck haben dass man ihnen ihren Lebensstil verbauen will durch eine zu engagierte Klimapolitik muss man vielleicht auch noch mal bisschen genauer schauen wie sich das eigentlich verhält.
00:24:29: Ich hatte es gerade schon mal kurz angesprochen, mit Blick auf den Lebensstil auch derjenigen die hier Klimapolitik wichtig finden.
00:24:38: und da ist es dann vielleicht so dass man auch bei den Maßnahmen des Klimaschutzes nochmal gucken muss wer davon eigentlich in welcher Weise betroffen ist.
00:24:47: also bei etwa einer Besteuerung von CO² ohne eine Rückzahlung der Steuereinnahmen, wie es sie in der Schweiz mannsachten gibt.
00:24:58: In Deutschland aber so nicht!
00:24:59: Es ist halt so dass diejenigen, die hier kleineren Einkommen davon empfindlich getroffen werden ihr Leben sehr viel stärker umstellen müssen als diejenigen diese erhöheren Kosten von CO² Intensiven Konsumgewohnheiten, Handlungsformen und so weiter tragen können.
00:25:21: Also insofern wenn sich die einen jetzt ganz stark umstellen müssen und die anderen das nicht leisten können, dann versteht man irgendwie auch woher diese Vermutung stammt dass man nur selbst hier eigentlich zu etwas gezogen wird was andere nicht leisten müssen.
00:25:37: Und da wäre es jetzt wichtig das halt genau in den Blick zu nehmen.
00:25:42: und manchmal ist es vielleicht auch so Instrumente, die beispielsweise Besteuerung gar nicht für alle immer auch die freiheitsschonenden Instrumen sind.
00:25:54: Also das wird ja oft so suggeriert also das wird da nur ein bisschen teurer.
00:25:59: und dann kann man sich aber noch überlegen ob man bereit ist diesen Preis zu zahlen, aber manche Menschen können sich das eben nicht mehr überlegen weil sie das nicht zahlen können andere schon.
00:26:08: Da sind wir wieder bei der Gerechtigkeitsfrage oder die dann überall mitspielten bei der sozialen Frage.
00:26:14: So ist es genau.
00:26:15: Und das ist, denke ich schon auch etwas was man hier mit bedenken muss.
00:26:18: wenn es so um dieser grundsätzlich also den Vorwurf geht dass sich Leute nur weigern ihr Leben anders zu gestalten dann muss man sich vielleicht auch überlegen wer eigentlich dazu gezwungen ist das zu tun und was das mit dem Einkommen zu tun hat.
00:26:33: Das heißt so viel wie wir sollten Wenn wir über das System insgesamt sprechen Wachstumsbezogenes, ein Fortschritts- bezogenes und eben auch ein glücksversprechendes System jetzt mal ist.
00:26:52: Und wenn wir an dem zu schrauben beginnen – auch mit Blick auf die Klimafrage – immer auch die Gerechtigkeitsfrage im Auge behalten.
00:27:00: Interpretiere ich Sie da richtig?
00:27:04: Das ist richtig genau!
00:27:05: Das scheint mir wichtig zu sein also einmal für den Diskurs wichtig aber natürlich für die Sachen Selbstzeit Weil das ja auch das Ziel derjenigen ist, denen es eigentlich um Klimaschutz geht.
00:27:16: Also die haben dabei Fragen der globalen Gerechtigkeit im Blick, Fragen der Gerechtigkeiten im Verhältnis zwischen den Generationen und man sollte aber eben auch Fragen im Blick behalten, die die Gerechtlichkeit auch innerhalb der eigenen Gesellschaft in der Art und Weise wie Klimapolitik ausgestaltet wird nicht vergessen Und insofern sollte man auf all diesen Ebensehen scheint mir also einmal die Gerechtigkeit der Klimamaßnahmen jetzt in der Schweiz oder in Deutschland mit Blick auf verschiedene Einkommensklassen und dann aber auch natürlich mit Blick Auf Fragen der globalen Gerechtigkeiten, die beim Klimawandel natürlich eine ganz große Rolle spielen.
00:27:59: Und dann eben auch Fragen der Gerechtigkeitsfischenden Generationen mit berücksichtigen.
00:28:03: Das ist natürlich jetzt wahnsinnig schwer und auch in der Philosophie ist man sich da ja nicht einig wie diese verschiedenen Dimensionen auch jeweils gegeneinander zu gewichten sind, wie die sich zueinander verhalten.
00:28:14: Wie stark und diese Perspektive der globalen Gerechtigkeit überhaupt betreffen muss mit Blick auf das eigene Handeln?
00:28:27: Wie sehr, wie Zukunftsgerechtigkeit in unser Handeln mit einbauen müssen.
00:28:32: also insofern ist gar nicht so klar aber ich denke das Transparenz zu machen, dass es da durchaus verschiedene Wege gibt die man da einschlagen kann.
00:28:42: Theoretisch auch einschlagen können öffnet dann auch wieder den Diskurs.
00:28:45: aber ist ein erster Schritt und ich denke ein wichtiger Schritt diese verschiedenen Dimensionen überhaupt erstmal zu benennen und das holt dann hoffentlich auch diejenigen ein bisschen ab die vor allem auf dieser einen Dimension nämlich der innerhalb einer Gesellschaft vorliegenden Ungerechtigkeit hier auch ihre Bedenken in ihren Augen zu hat, der Klimaschutzmaßnahmen lokalisieren würden.
00:29:10: In einem Kapitel in ihrem Buch geht es ja auch um die Verantwortung.
00:29:15: Wer ist eigentlich für was verantwortlich?
00:29:18: Und viele haben das Gefühl wenn über Klima diskutiert wird dass ihnen einfach die Verantwortung zugeschoben werden diese moralischen Schuldzuweisungen und so weiter und sofort.
00:29:33: aber es gibt die großen Player, die Großen in Anführungszeichen Täter.
00:29:38: Die großen
00:29:39: Polluter,
00:29:40: die grossen Verschmutzern... Warum Kirsten Meier fällt es so schwer über die zu sprechen?
00:29:48: Über die Mächtigen zu sprechen und die dann eben auch anzugreifen Auch als ganz normale Bürgerin ohne dass ich jetzt irgendwie klimaaktivistisch unterwegs bin Mir klar zu machen, dass nicht eigentlich ich das Problem bin sondern eben diese Big Polluters.
00:30:08: Warum ist es nicht möglich oder warum ist es so schwer?
00:30:11: Eben den Zorn auch den, ich sag's jetzt ein bisschen zugespitzen Volkszoren auf diesen Big Pollutas
00:30:20: zu lenken.
00:30:22: Ihre Frage suggeriert, dass es richtig wäre das zu tun und...
00:30:27: Das ist richtig.
00:30:28: meine Frage sugeriert!
00:30:30: dass es richtig wäre, die Täter zu benennen und sie zur Verantwortung zu ziehen.
00:30:36: Genau!
00:30:37: Und ich würde sagen diese Art von Suggestion in unserem Gespräch sorgt mir vielleicht einfach nochmal so transparent machen das man auch denjenigen mitnimmt, denen da Schwierigkeit, die zu benenken.
00:30:54: Wir können's ja zum Beispiel sagen Moment mal also Produkte derjenigen, die damit ihr Geld verdienen, fossile Energien zu verkaufen.
00:31:08: Die werden ja mit großer Begeisterung abgenommen von uns allen.
00:31:13: oder bestimmte Vorschläge für eine Gesetzgebung, die verhindert dass sich Menschen nach Ölheizung einbauen wie das in Deutschland hoch im Schritten war.
00:31:26: ich kann mich in der Schweiz nicht so schlecht aus aber
00:31:29: Bei uns nicht, bei uns geht das alles wirklich sehr einfach und smooth durch.
00:31:35: Okay gut also hier war in Deutschland was sehr umstritten ob man jetzt restriktivere gesetzliche Vorgaben macht im Bereich Heizen und dieses Heizungsgesetz ist dann auch sozusagen sehr stark diskutiert und zurückgedreht worden war ein großes Problem für die Ampelkoalition unter Beteiligung der Grünen, die das mit vorgeschlagen hatten.
00:32:02: Und was ich sagen will ist diese Vorbehalte gegenüber gesetzlichen Regelungen, die es verhindert hätten dass in Deutschland zum Heizen so viel Öl gekauft wird sind etwas über das man zumindest auch noch sprechen sollte scheint mir.
00:32:21: Und es reicht jetzt nicht, zu sagen die Ölindustrie.
00:32:24: So das sind die eine Seite.
00:32:25: Die andere Seite ist aber natürlich auch dass diejenigen, die daran verdienen alles dafür tun um Zweifel am Klimawandel weiterzusehen und das auch immer schon getan haben.
00:32:36: Man sieht es ja gerade wieder auf alle nur erdenkliche Weise versuchen Eine Entwicklung, wenn man wieder ein bisschen optimistisch ist schon aus ekonomischen Gründen gar nicht mehr aufhaltbar ist, nämlich sozusagen auch den ökonomischen Ziegszug der regenerativen Energien auszubremsen und um weiter auf die Facil zu bauen.
00:32:58: Insofern ich will gar nicht in Abrede stellen das von der Seite einfach massiv versucht wird gegenzustellen gegenüber aus klimapolitischer Sicht eigentlich sinnvollen Entwicklungen insbesondere im Bereich der regenerative Energien zur Stromerzeugung, aber eben auch im Bereich Heizen und Mobilität.
00:33:17: Aber ich mir scheint es auch zu kurz getroffen jetzt die einzelnen Konsumentinnen dieser Produkte ganz rauszunehmen aus der Verantwortung.
00:33:26: Und was man dann noch wieder diskutieren muss ist ob eigentlich in dem Moment wo es noch erlaubt ist mit einem Benziner zu fahren, ob man mehr einen Vorwurf dafür machen kann dass sich das tue?
00:33:42: Meine Wahlentscheidung nicht mal so ausrichtet, dass das für mich eine Rolle spielt.
00:33:46: Ob alle das dann noch tun dürfen oder nicht?
00:33:48: Dann spätestens würde ich sagen ist ja auch individuelle Verantwortung etwas was man mit adressieren sollte.
00:33:56: Das heißt, sobald dieser Streit aufkommt den ich vorhin ja so ein bisschen polemisch in meine Frage gepackt habe nämlich wer es dir eigentlich schuld am ganzen Schlamassel wäre profitiert da vom ganzen Schalamassel dass wir durchaus differenziert eben auch die eigene Position gegenüber diesem System uns vor Augen führen sollten und in die eigene Argumentation mit einbauen sollten, einschließlich Wahlfreiheit aber auch Abhängigkeiten.
00:34:28: Einschliesslich der Frage habe ich überhaupt die Wahlmöglichkeit?
00:34:32: Und wenn ja hab' ich sie genutzt um eine eigene Position glaubwürdig zu machen!
00:34:39: Jetzt haben wir aber in dieser Gesellschaften, die wir leben und insbesondere wenn es um Energie geht.
00:34:45: Und Energie ist ja sehr eng mit der Klimafrage gekoppelt eben diese Dimension der Macht, die Sie ja angesprochen haben.
00:34:53: Ich glaube das ist für viele Menschen, wenn sie über dieses Thema sprechen ein größeres Problem weil diese Macht ich sage jetzt ein bisschen zugespitzt auch wieder so groß ist, dass es dann fast schon entlastend ist sich in die Position der Ohnmacht zurückfallen zu lassen und sagen ich kann eh nichts tun.
00:35:18: Ja das ist halt eben etwas was einerseits sehr verständlich ist und mir jetzt auch so oft aber andererseits auch etwas ist von dem ich denke dass wir versuchen müssen dem zu begegnen Das Kurs, den wir jetzt hier führen.
00:35:38: Also dass man nicht einfach nur sagt ja Wir sind hier gar nicht angesprochen.
00:35:43: Wir können hier alle eh nichts tun und da gibt es diese mächtigen globalen Player die das ohnehin unter sich ausmachen.
00:35:52: Wir wollen denen ja nicht das Feld überlassen.
00:35:53: Und jetzt muss man sich überlegen was wir im eins konkret tun können um das zu verhindern.
00:36:01: Und ich glaube, da gibt es so eine ganze Palette was man hier eben auch tun kann als Einzelne und das finde ich kann auch im Diskurs dann vorkommen.
00:36:12: Dann ist es denke ich schon auch so dass die Art und Weise wie man im Einzelnen das eigene Leben führt beispielsweise mit Blick auf Mobilität ja durchaus auch Effekte hat auf seine Mitmenschen in dem man Vielleicht eine Weise vorlebt weniger zu imitieren, die ansteckend ist und zwar nicht einfach... Treibhaus
00:36:34: gefällt wenn ihr Anregungen habt.
00:36:37: Und wenn euch...
00:36:38: Was macht mit dem Machtzug zur Fahren also auf irgendwelchen schrecklichen Flughörpeln rumzuhängen?
00:36:43: Das ist aber natürlich jetzt nur eine Fassette.
00:36:47: andere und vielleicht sozusagen am Ende auch entscheidende Fassetten das Ganzen sind natürlich sich über konkrete politische Steuerelemente zu unterhalten und zu streiten die das Ganze auf einer systemischeren Ebene angehen.
00:37:02: Aber auch da würde ich eben denken, sollten wir konkret uns angucken?
00:37:05: Was gibt es dafür Vorschläge?
00:37:07: Wie stehen wir dazu?
00:37:08: Woher kommen die Widerstände und wie kann man ihn begegnen?
00:37:13: Bei alledem steht ja zwei Maxime ein Stück weit gegeneinander.
00:37:19: Das eine haben wir schon angesprochen, dass ist die persönliche Freiheit wo sich viele Angegriffen fühlen.
00:37:26: Maxime der Freiheit steht ja über sehr viel.
00:37:29: Auf der anderen Seite eben die Maxime, der Gerechtigkeiten und der Verteilungsgerechtigkeit auch – also dass ich nicht auf Kosten anderer leben darf und das die Ressourcen ja ein Stück weit gerecht verteilt werden sollten.
00:37:45: Den Pfad den wir aber viel lieber folgen ist er der Freiheit als dem der Gerechtigkeit.
00:37:53: Warum is' da so?
00:37:55: Ich weiß gar nicht, ob es immer so ist.
00:37:59: Dass wir tatsächlich der Gerechtigkeit hier gar keine Rolle beimässig würde sagen.
00:38:06: in unserem Umgang miteinander tun wir das oft ganz selbstverständlich.
00:38:11: also wenn jemand sagt Es ist doch ungereich dass ich ja das kleinere Stück Kuchen kriege dann zucken wird zusammen und sagen Entschuldigung wir tauschen.
00:38:20: Insofern ist es gar nicht unbedingt etwas, was uns per se jetzt entgefremd ist.
00:38:25: Also
00:38:26: wir können das!
00:38:28: Wir können
00:38:28: das und es ist nur erstmal nicht so vertraut diesen Gedanken jetzt soweit auszuweiten wie man das vielleicht hier manchmal tun muss wenn man über die Klimakrise spricht weil das halt einfach viel diffusers ist.
00:38:46: Also schon unsere eigenen CO-Zweihemissionen, die man gar nicht sieht, die aufgehen in diesen ganzen großen atmosphärischen Konglomerat von CO-zweihimissionen dann hat das eine Perspektive der globalen Gerechtigkeit auch der historischen Verantwortung also die Emissionen im Zuge der Industrialisierung Das ist eben auch nichts was diese Unmittelbarkeit hat.
00:39:08: und dann noch die Zukunftsverantwortung.
00:39:10: Ich seh'n gewisserweise auch verständlich, dass das an der Perspektive ist die man in dem Bereich gar nicht unmittelbar so naheliegend findet.
00:39:18: Und ja es ist dann eben Aufgabe derjenigen, die diese Perspektiven sehen und für Wichtigkeiten und dazu zähle ich mich dafür zu sensibilisieren, dass es auch da wichtige Überlegungen der Gerechtigkeit geht beispielsweise der Zukunftsverantwortung.
00:39:35: Aber auch da würde ich denken, kann man schon eigentlich anknüpfen an etwas das viele Menschen ohnehin bewegt.
00:39:41: Also viele Menschen wollen ja dass ihre Kinder auch noch ein gutes Leben führen können und dass wir jetzt hier nicht auf Kosten der jüngeren Generationen leben und auch nicht auf kosten der vielleicht noch nicht mal geborenen Enkelkinder Und insofern ist es nicht mal so persönlich bereit sind, unser Handeln auch daran auszurichten wie diejenigen, die jetzt vielleicht noch gar nicht geboren sind hier leben können.
00:40:10: Und ja insofern ich bin eigentlich gar nicht so pessimistisch dass jetzt hier wenn es zum Konflikt kommt zwischen Freiheit und Gerechtigkeit nicht Gerechtigkeit auch im Betrag gezogen werden kann.
00:40:23: und wir hatten ja gerade schon mal über dieses Schadensprinzip diskutiert.
00:40:27: manchmal ist das ja so Aus so einer liberalen Perspektive, Freiheit und Gerechtigkeit hier so gegeneinander ausgespielt werden.
00:40:34: Und man sagt ja, Freiheit ist dann halt manchmal auch wichtiger.
00:40:37: aber selbst aus einer urliberalen Perspektiven wie beispielsweise John Zürtmill sie vertreten hat, ist nie in Frage gestellt worden dass Freiheit da wo man anderen mit seinen eigenen Handeln Schaden zufügt auch an ihre ganzen Stößte.
00:40:55: Und das sollte eigentlich etwas sein, worauf wir uns einigen können.
00:40:59: Man kann dann auch wieder fragen ab welchem Ausmaus von Schädigung ist es denn der Fall?
00:41:05: Das ist nicht so dass jetzt mit diesem simplen Grundsatz alle Streitigkeiten plötzlich gelöst sind.
00:41:11: aber es gibt
00:41:12: auf jeden Fall scheint mir etwas woran sich hier anknüpfen lässt.
00:41:17: Um das ein bisschen abzuschließen Kirsten Meyer Handlungsanweisungen sind so ein bisschen Die Maxime unserer Zukunftsgespräche, dass wir unseren Hörerinnen und Hörern ja auch etwas mitgeben wollen.
00:41:31: Und die Frage, die ich Ihnen jetzt stellen möchte ist was können denn diejenigen unter uns etwas bewirken wollen?
00:41:40: So ganz für sich und ganz persönlich denn in diesem Reden über das Klima, in der Auseinandersetzung mit anderen tun!
00:41:49: Was wären die Voraussetzungen dafür auf der ganz personalen eigenen Ebene dafür?
00:41:55: Muss ich in meinem Umfeld im Gespräch auch vielleicht mit anderen, die nicht meiner Meinung sind, dass ich ganz persönlich da ein Stück weit vorankomme.
00:42:06: Also wenn Sie das konkret auf das Gespräch beziehen dann würde ich denken, dass es darum geht sich zu überlegen wie man im Gesprich weiterkommen kann und... Da, würde ich denken, gibt es dann halt verschiedene Schritte.
00:42:20: Also zunächst mal die andere Person zu bitten ihre Positionen zu erläutern, Fragen zu stellen bevor man anfängt zu kritisieren und dann die eigene Position deutlich macht unbegründet und versucht irgendwo nach Gemeinsamkeiten zu suchen von denen ausgehend das dann auch gelegen kann die andere Position auf eine Weise einzuordnen, die dann irgendwie einen weiterkommen ermöglicht.
00:42:50: Also das ist ja so ein bisschen das was jetzt gerade auch versucht hat deutlich zu machen.
00:42:53: also es gibt ja durchaus auch Überlegungen der Zukunftsverantwortung für die ganz viele Menschen auf jeden Fall offen sind mit Blick auf ihre eigenen Kinder und Enkelkinder und daran einfach anzuschließen und zu sagen warum einem selbst das auch wichtig ist und inwiefern man meint dass der Klimaschutz dafür aber so wichtig ist.
00:43:14: Das wäre, scheint mir im Gespräch ein wichtiger Schritt.
00:43:18: Oder wenn man mit einem Moralismusvorwurf konfrontiert wird, dass man sagt du immer mit deiner Moral... Dass man dann irgendwie versucht zu sagen ja dieser Moralismusvorwurf der hat seine Berechtigung in manchen Hinsichten.
00:43:30: aber das was mir jetzt gerade wichtig ist es gar nicht so dass ich sagen will Ich bin besser als du oder ich will mich hier keinen ordnen umhängen sondern mir geht's einfach darum dass ich finde dass unser handeln auch in Bereichen von Ernährung durchaus bestimmt moralischen Anforderungen genügen muss und dass der Fleischkonsult beispielsweise wirklich problematisch ist.
00:43:52: Also, insofern ich denke da gibt es schon auch noch Ritte die man gemeinsam gehen kann.
00:43:58: Das jedenfalls möchte ich weiter glauben weil als Philosophin auch gar keine andere Wahl habe als hier diesen vernünftigen Gespräch zu vertrauen.
00:44:08: Die zweite Ebene ist ja eben nach der Gruppe.
00:44:11: also es sind ja Gruppen die eben diese Gespräche führen und die führen sie auch untereinander.
00:44:18: Und da gibt es ja die Gefahr der Selbstbestätigung, also dass man sich gegenseitig ständig in einem eigenen Position bestätigt und dann eben am Schluss von einer anderen Gruppe mit dem pauschalen Ideologievorwurf konfrontiert wird, Kirsten Meier ihre Ratschlag oder ihre ... Ihr Input, den Sie geben würden, dass eben auch Gruppen immer wieder ihre eigene Position hinterfragen
00:44:44: können.
00:44:45: Wie
00:44:45: soll das geschehen?
00:44:47: Wenn man in der Rheumenschaft, wo wir halt gemeinsam ins Gespräch kommen – also das gibt jetzt beispielsweise in Berlin ein gemeinsames Schulfach schon seit zwanzig Jahren.
00:44:59: Wir hatten gerade Jubiläum Ethik heißt es von der siebten bis zur zehnten Klasse ist ein Pflichtfach Und da geht es nicht darum, hier bestimmte ethische Prinzipien zu vermitteln sondern das Gespräch über ethische Fragen zu ermöglichen und zwar nicht irgendwie nach Konfession oder irgendwas getrennt.
00:45:16: Sondern alle Schüler in Berlin nehmen am Ethikunterricht die zehnte Klasse teil.
00:45:22: Das ist nicht selbstverständlich.
00:45:24: andere Bundesländer in Deutschland haben ein anderes Modell und ich persönlich denke dass es sich lohnt dafür allen zu treten dass es den Ethik Unterricht in Berlin weiter gibt.
00:45:34: Das ist jetzt sozusagen Berlin und meine Perspektive.
00:45:37: Aber ich will einfach nur exemplarisch deutlich machen, dass man darüber nachdenken kann auf welche Weise es möglich ist eben diese Räume zu schaffen in denen wir gemeinsam ins Gespräch kommen.
00:45:49: Man sollte nicht immer noch alles auf die jüngere Generation abwälzen also ihr von der siebten bis zur zehnten Klasse müsst das lösen was wir hier nicht schaffen in der älteren Generation.
00:46:00: Aber es wäre einfach ein Beispiel dafür, wie es gelingen kann vielleicht da auf diese Weise von Anfang an im Gespräch zu bleiben.
00:46:06: Und auch die eigene Position immer wieder zur Hinterfragen?
00:46:10: Zu hinterfragen und auch begründen zu müssen explizit also es reicht dann eben nicht zu sagen ich denke das sondern ich denke dass weil und das ist letztlich etwas was wir auch uns selber immer wieder abverlangen müssen.
00:46:24: allerletzter Punkt Die Lage ist ja nicht undramatisch, wir sollten relativ schnell auch vorankommen.
00:46:31: Und den Fatalismus haben wir ja schon angesprochen das viele Menschen sich eben nach zurückziehen aus diesen Auseinandersetzungen.
00:46:40: sie plädieren dafür dass es eben diesen lustvollen Diskurs weiterhin geben soll.
00:46:47: Wir behalten wir diese Lust wie?
00:46:51: Behalten wir die Lust bei eben an dieser Auseinandersetzung gerade auch in diesen dramatischen Situationen, der wir uns befinden?
00:46:59: Also die Lust an der auseinandersetzungen denke ich kann man beibehalten weil man den Frust und die Gründe dafür sich vor Augen führt.
00:47:12: Man kommt nicht weiter, man dreht sich im Kreis.
00:47:15: alle überziehen sich immer wieder mit denselben Vorwürfen.
00:47:17: das ist dann einfach irgendwann zu aller Seite.
00:47:19: nur frustrieren für alle Bereichern wäre, wenn sie gedanklich weiterkommen.
00:47:26: Wenn Sie irgendwie den Eindruck haben gestern standen wir da und heute stehen wir hier in der Sache aber auch im Gespräch.
00:47:32: Und ich glaube das ist etwas was man erfahren muss.
00:47:35: auch deshalb wird gerade meine Werbung für das gemeinsame Schulfach.
00:47:40: Aber das kann man natürlich auch einen ganz anderen Diskussionszusammenhängen erfahren.
00:47:45: Und ich denke, wenn das so ist dann kann es eben durchaus Spaß machen ja auf diese Weise auch über bestimmte ethische Fragen ins Gespräch zu kommen und im Gespräch bleiben.
00:47:56: Mir geht's so!
00:47:59: Es ist ein bisschen der Versuch Werbung dafür zu machen dass das nicht so frustrierend sein muss wie es manchmal
00:48:05: anscheinend.
00:48:05: Ich glaube, das ist Ihnen ganz gut gelungen.
00:48:08: Ganz herzlichen Dank, Kirsten Meier.
00:48:10: Danke Ihnen.
00:48:13: Danke Christoph Das war das Gespräch mit der Philosophin Kirsten Meier.
00:48:16: Sie ist Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin und Co-Autorin des Buches Besser um die Zukunft Streiten, dass sie gemeinsam mit Barbara Bleisch, Stefan Riedener, Dominic Rosner und Christian Seidel herausgegeben hat.
00:48:29: Den Link zum Buch findet ihr in den Show notes!
00:48:31: Ja Christoph wir gehen uns weiter.
00:48:34: In der dritten Folge unserer kleinen Serie sprechen wir jetzt tatsächlich wie in der letzten Folge angekündigt mit Ina
00:48:41: Kun.
00:48:43: Genau, wir sprechen mit Ina Kuhn.
00:48:44: Die arbeitet an der Universität Freiburg am Institut für Empirische Kulturwissenschaften.
00:48:49: Sie hat eine Projekt mitgearbeitet das heißt es hieß Zukunft leben oder überleben dass sie so ein bisschen angeschaut hat.
00:48:56: wie denken den Menschen über die Zukunft und was machen sie denn jetzt schon hier und jetzt mit diesen Gedanken?
00:49:02: Und ich bin sehr gespannt auf dieses Gespräch mit ihr!
00:49:08: arbeitet eine Universität Freiburg am Institut für Empirische Kulturwissenschaft zu den Themen Zukunftsantropologie, Anthropologie oder Vorstellungen über das gute Leben und sie hat auch empirische Utopieforschung an Zukunftsfestivals gemacht.
00:49:23: Ich bin sehr gespannt!
00:49:25: Damit sagen wir bis zum nächsten Mal und vielen Dank.
00:49:29: Wir informieren euch wie immer Über unseren Newsletter und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, ihr wisst schon.
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00:49:38: Vielen herzlichen Dank!
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