00:00:02: Hallo Christoph, hallo Lila und willkommen liebe Hörerinnen.
00:00:06: zur Episode Einenundachtzig.
00:00:08: Bevor wir anfangen für einmal am Anfang der Hinweis das Treibhaus zu machen Arbeit ist.
00:00:14: Wir müssen um diesen Podcast zu realisieren ziemlich viel arbeiten Ja und solange es noch kein bedingungsloses Grundeinkommen gibt sind wir auf Geld angewiesen.
00:00:24: Um Geld bedeutet dass uns irgendjemand unterstützen soll Uns zu unterstützen ist eigentlich relativ
00:00:32: einfach.
00:00:33: Genau, es gibt
00:00:33: so einen Button auf der Webseite, der führt direkt zu einer Kontoverbindung und dort könnt ihr uns unterstützen!
00:00:39: Vielen vielen Dank.
00:00:41: Danke vielmals.
00:00:46: Ja um.
00:00:46: diese Episode ist ein bisschen anders weil wir dachten dass die kleine Sommerserie eigentlich abgeschlossen wäre mit der letzten Episode.
00:00:54: das wären dann drei Episoden gewesen eine schöne Zahl.
00:00:58: aber dann erhielten wir eine Mail von einer Person die wir gar nicht kannten.
00:01:17: Und diese Person, dieser Millionär fragte ob uns das interessiere und klar interessierte uns das?
00:01:24: Nicht so sehr sein Geld obwohl wir das sicher auch hätten brauchen können.
00:01:29: aber uns Interessierte vor allem was er denn über sein eigenes Millionärsein denkt und wie er darüber denkt, wie er sein Geld einsetzen könnte.
00:01:37: Und so verlängern wir hiermit offiziell unsere Sommer-Serie.
00:01:41: Zukunftsgespräche um eine Episode und fragen – Was wäre wenn Millionäre und Millionärinnen ihr Geld fürs Klima ausgeben würden?
00:01:56: Ja, wir haben es in diesem Podcast schon mehrfach gesagt.
00:02:03: Reiche Menschen sind fürs Klima eine Last.
00:02:06: Es gibt Berechnungen von Oxfam die zeigen dass das eine Prozent der Reichsten dieser Welt so viel Klimagase verursachen wie die fünfzig ärmsten Prozent der Bevölkerung auf der Welt.
00:02:18: Das sagt ja schon mal ganz viel!
00:02:20: Ja reiche du sagst es Lila, reiche sind ein Problem und es scheint je reicher sie sind umso mehr ist ihnen das Klima Egal, diesen Sommer zum Beispiel habe ich am Mittelmeer gesehen wie riesige Superjachen zu Dutzenden übers Meer pflügen.
00:02:35: Sie schmeißen ihre Anker in sensible Ökosysteme sie blockieren buchstäblich Buchten und Rauben einen den Blick aufs Meer.
00:02:45: Und wir haben mehrfach darauf hingewiesen wie extrem klimaschädlich die Privatflieger der Reichen sind und man kann das beliebig aufzählen.
00:02:55: Genau das Einkommen korreliert extrem stark mit CO² Fuß abdrücken.
00:03:00: Reiche und superreiche belassen das Klima aber auch nicht nur durch ihr Verhalten, sondern auch durch ihre Investitionen weil sie nämlich ihr Geld dort investieren wo die Rendite lobt, wo man also noch reicher wird und das ist nach wie vor leider immer noch die fossile Industrie.
00:03:15: Reichen sind also ein Riesenproblem fürs Klima.
00:03:20: Aber es gibt Ausnahmen.
00:03:22: Genau Eine solche Ausnahme hat uns eine E-Mail geschrieben.
00:03:26: Das ist nämlich Albin Mayer.
00:03:27: Der ist Informatiker, der hat jahrelang in der Informatikbranche gearbeitet bis eine Erbschaft bei ihm alles verändert hat.
00:03:35: Albin Meier ist sozusagen über Nacht zum Millionär geworden und Albin Maier hat darüber zu reflektieren begonnen was das nun bedeutet dieser plötzliche Reichtum.
00:03:46: Er hat das erste seinen gut bezahlten Job geschmissen und beschlossen seine Informatik, kennt dies nur noch Start-ups im Umweltbereich zur Verfügung zu stellen.
00:03:56: Also weg von gut bezahltem Job hin zu einem schlechter bezahlter Job.
00:04:01: Und er hat sofort begonnen sein Vermögen zu teilen indem er regelmäßig gespendet hat und immer noch spendet an Nichtregierungsorganisationen.
00:04:13: Das heißt, wie das reichste ein Prozent die Welt retten kann.
00:04:18: Es ist ein Call to Action und Albin Meier geht es darin nicht nur ums Klima sondern eben auch um gesellschaftliche und soziale Gerechtigkeit.
00:04:28: Du Christoph du hast Albin Meyer in Zürich getroffen?
00:04:30: Genau!
00:04:31: Und zwar im dem Haus dass er geerbt hat was gewissermaßen die Substanz dieses Reichtums.
00:04:38: Das Haus steht mitten in Zyrich und ich habe ihn zunächst gefragt wie es denn war als er zu seiner Erbschaft gekommen ist?
00:04:46: Ja, das ist ziemlich einfach.
00:04:48: Vor zehn Jahren habe ich geerbt.
00:04:50: Dann sind meine Eltern gestorben und dann habe ich ein ganzes Haus geerbst mitten in der Altstadt von Zürich.
00:04:57: Das Haus hat mehrere Millionen Franken wert.
00:05:02: Dieses Haus war schon lange im Besitz unserer Familie.
00:05:06: Ich bin jetzt schon in der fünften Generation, die das Haus besitzt Und ich bin auch hier verwurzelt.
00:05:13: Ich bin in diesem Haus aufgewachsen, also meine Kindheit habe ich hier verbracht, meine ersten zwanzig Lebensjahre hier mitten in Zürich und mittlerweile wohne ich mit meiner Familie in einem anderen Quartier in einer Mietwohnung und als ich dieses Haus jetzt gerbt habe sind wir trotzdem in der Mietwonung geblieben mit meiner Familien weil mir dort verwurzelts sind.
00:05:41: Die Wohnung meines Hauses und unten ist ein Geschäft, das kann ich auch vermieten.
00:05:47: Und so habe ich eine Art Grundeinkommen einfach dank dieses Hauses ohne dass ich etwas dafür getan habe, aber es nur geerbt.
00:05:57: Und du hast dir jetzt kein Bändchen gekauft und kein Privatflugzeug?
00:06:01: Und auch nicht eine Mini-Yacht von diesem Geld oder dieser Liegenschaft die Du geerbst hast!
00:06:08: Nein, ich habe meine Lebensweise nicht geändert.
00:06:12: Unsere Familie hat weiterhin kein Auto.
00:06:15: Wir machen einfache Ferien und leben auch einfach.
00:06:18: Es ist eine kleine Wohnung und ich habe gar nicht das Bedürfnis viel Geld auszugeben.
00:06:26: Das Einzige was ich mir geleistet habe, Material war ein neues Rennvelo nach der Erbschaft.
00:06:32: Ansonsten führe ich meinen aktuellen Lebensstil einfach.
00:06:37: So weiter.
00:06:39: Und zu diesem aktuellen Lebensstil Albin gehört auch das Schreiben von Büchern, du bist ja vom Beruf Informatiker und hast Bücher geschrieben zu Informatik aber auch ein Buch das heißt wie die Welt funktioniert wo du einfach den Versuch gemacht hast mal zu erklären wie gewisse Dinge auf dieser Welt funktionieren.
00:06:58: kannst du kurz sagen warum du das gemacht hast?
00:07:02: Ja genau, also ich habe schon in meinem ganzen Leben ein Sachbuch nach dem anderen verschlungen und gelesen zu ganz vielen verschiedenen Themen.
00:07:12: Und nach der Erbschaft habe ich mich intensiv mit Wirtschaft beschäftigt, mit der Ungleichheit auch mit dem Zusammenhang zur Klimakrise.
00:07:23: das war mir vor der Erbbschaft noch gar nicht so bewusst.
00:07:28: Also wie krass die Ungleichheit ist und wie schlimm es auch steht mit der Klimakrise.
00:07:32: Und da war es mir ein Bedürfnis eine Art Zusammenfassung zu schreiben, alle Sachbücher, die ich gelesen habe.
00:07:40: Und daraus ist dann das Buch entstanden.
00:07:43: Wie funktioniert die Welt?
00:07:45: Es wollte aber kein Verlag veröffentlichen.
00:07:48: Darum habe ich es im Eigenverlag gemacht.
00:07:51: Also, der Titel tönt ja auch ein bisschen grössenwandsinnig.
00:07:55: Ist es hochtraurend?
00:07:56: Ja genau, aber ich habe so einen Titel gewählt um Aufmerksamkeit zu erregnen.
00:08:01: Aber eigentlich war das Buch mehr eine Übung für mich zum... Das was ich gelesen habe sozusagen zusammenzufassen.
00:08:11: Und jetzt haben wir dein drittes Buch, das dritte Buch mit dem Titel Wie das Reichste ein Prozent die Welt retten kann ist Ein Call to Action.
00:08:23: Ist das jetzt gewissermaßen die Zusammenfassung all deiner Überlegungen zum Thema Reichtum und Klimakrise?
00:08:31: Es gibt natürlich schon ganz viele Bücher zum Thema überreistum und klimakrise.
00:08:37: auch die Zusammenhänge hat man schon andere aufgezeigt.
00:08:40: Aber was mir aufgefallen ist, dass viele Bücher sich oft sachlich einfach die Ungleichheit beschreiben.
00:08:50: Und manche Bücher gehen sogar in diese Richtung, in welche sie gegen die bösen Reichen baschen.
00:08:59: Eat
00:09:00: the rich sozusagen?
00:09:02: Nicht nur tax-to-rich sondern eat the rich?
00:09:05: Ja genau!
00:09:06: Die Reichen sollen am besten verschwinden und sind alle böse.
00:09:10: Und das finde ich den falschen Ansatz, weil ich habe nach der Erbschaft gemerkt, dass ich selber zum weichsten ein Prozent gehöre.
00:09:19: Für das ist eine Vermögen von etwa einer Million US-Dollar nötig und das habe ich mit dem Haus, das ich geerbt habe.
00:09:30: Also diese Million ist nicht in Form von Geld vorhanden sondern in Form des Hauses aber es gehört trotzdem zu vermögen.
00:09:37: also ich habe gemerkt eigentlich zu diesen Vermögenden selber gehöre und ich finde, ich bin nicht böse sondern ich finde ja man muss viel mehr tun gegen die Klimakrise.
00:09:50: Man muss die Liberale Demokratie bewahren und man sollte das gegen die Ungleichheit tun und es wird zu wenig getan.
00:09:58: und deshalb habe ich nun dieses Buch geschrieben und es ist ein Call to Action also eine Einladung an alle anderen Vermögen mit mir zusammen mehr Verantwortung zu übernehmen.
00:10:12: Diese allen alle anderen, das sind ja nachdem ich da ein Buch gelesen habe doch sehr viele.
00:10:19: allein in der Schweiz gibt es eins Komma Eins Millionen Millionäre hab' Ich gelesen.
00:10:25: das sind zwölf Prozent der Bevölkerung.
00:10:28: Das heißt du bist im guter Gesellschaft Mit Eins Komma Eins Millionen Menschen.
00:10:34: Ja genau dass war mir vorher auch nicht bewusst, dass zwölf Prozent der Menschen in der Schweiz Millionäre sind.
00:10:43: Das ist Wahnsinn finde ich und da kann man etwas tun.
00:10:48: also es ist eine gewisse Macht die da vorhanden ist durchaus wenn sich alle bewusst werden das sie dazugehören.
00:10:56: zum ersten ein Prozent und wenn Sie auch von Privileg in die Verantwortung treten würden.
00:11:02: genau dazu lad ich einen.
00:11:05: Du letzt ein, es ist ein Call to Action in diesem Buch.
00:11:09: Weil du dir eine andere, eine bessere Welt sag ich jetzt mal vorstellst auch eine Welt hast du vorhin gesagt, in der bestimmte Dinge bewahrt werden wie zum Beispiel die Demokratie und wo die Klimakrise eben nicht eintritt.
00:11:23: darf ich dich fragen Albin?
00:11:25: Wie sieht deine bessere welt aus, die du dir so vorstellest?
00:11:31: Bessere Welt ist für mich eine Welt, in der die Menschheit kein Erdöl mehr verbrennt.
00:11:37: Kein Erdgasmehr keine Kohle und in welcher wir die Liberale Demokratie pflegen.
00:11:44: Also momentan passiert ja an vielen Orten das Gegenteil nicht nur in den USA auch in Europa sieht man wie rechtsextremistische Parteien im Vormarsch sind.
00:11:55: Dadurch gehört auch, dass man die wachsende Ungleichheit eindämmt.
00:12:01: Weil das sehe ich als Hauptursache der anderen Probleme, dass die Reichen immer reicher werden während der Rest finanziell nicht vom Fleck kommt.
00:12:12: Also wenn wir die Ungleichkeit eindämmen können dann glaube ich, dass sich die Zukunft rosig sein wird.
00:12:20: Dann bohigen wir uns doch einmal bevor wir nachher über Lösungsansätze sprechen, einmal über diese Problemgruppe der Millionäre und Millionärinnen.
00:12:36: Wir haben schon gehört es sind sehr viele weltweit.
00:12:39: wer eine Million besitzt ist bereits Millionär, Millionärin.
00:12:44: jetzt wo liegt das alles dieses Vermögen?
00:12:49: Wir haben ja selten eine Vorstellung davon, was es heißt ein Millionär oder eine Millionärin zu sein.
00:12:57: Ja das Vermögen liegt natürlich nicht in Form von Geldmünzen in einem Speicher wie bei Dagobert Duck sondern Gebäude gehören dazu aber auch Wertpapiere und auch was man in der Altersvorsorge also in der Pensionskasse drin hat gehört zum Vermögens.
00:13:18: Es ist natürlich schwierig abzuschätzen, wie groß die Vermögen der Menschen sind.
00:13:24: Also je nach Land ist das unterschiedlich.
00:13:27: Schwierig in Deutschland gibt es gar keine Vermögenssteuern mehr.
00:13:30: Dort sind es mehr Schätzungen als die Vermøgen dort gestaltet sind.
00:13:36: In der Schweiz haben wir Vermögendsteuer, aber viele Dinge muss man gar nicht versteuern.
00:13:42: oder wer pauschal besteuert ist von dem weiß man auch nicht wirklich was die Vermegungsverhältnisse sind.
00:13:49: Steuerhinterziehung oder Steueroptimierung führt auch noch dazu, dass wir gar nicht genau wissen wie groß die Vermögen eigentlich sind.
00:13:57: Wir können es nur
00:13:58: abschätzen.".
00:14:00: Und jetzt zeigst du sehr eindrücklich auf Albin das dieses Vermögan in den letzten dreißigvierzig Jahren exponentiell gewachsen ist!
00:14:10: Können wir ganz kurz darüber reden, was waren oder was sind die Faktoren dafür dass diese Reichen das schon immer gab irgendwo jetzt noch so viel reicher geworden sind.
00:14:21: Ja, also da steckt der Zinses-Zinsmechanismus dahinter.
00:14:26: Also wer Millionen besitzt hat üblicherweise Renditen von vier Prozent, fünf Prozent oder noch mehr.
00:14:34: Wenn man ein Haus besitze wie ist dann erzielt man Mieteinnahmen.
00:14:39: Einen Teil davon muss man natürlich auch wieder aufwenden für Renovationen und so.
00:14:43: aber unter dem Strich erhält man jedes Jahr Geld und das eben so vier Prozent, das ist üblich.
00:14:50: Und wenn man das nun hochrechnet, was bedeuten wir Prozent Wachstum des eigenen Vermögens?
00:14:57: Das ist eine Verdoppelung des Vermögen alle achtzehn Jahre.
00:15:01: Also die vermögenden Millionäre, die verdoppeln ihr Vermögend alle achtzen Jahre ohne etwas dafür zu tun... ...das
00:15:08: macht sich von selbst!
00:15:10: Die hört dass das Geld arbeitet für einen.
00:15:15: Also es wird halt niemand anderem erarbeitet, also in meinem Fall sind das meine Mieterschaft die mir Geld geben und sie haben das Geld irgendwie erarbeitete.
00:15:27: Und ja eben die Vermögen verdoppeln sich so alle achtzehn Jahre oder noch öfters während der Löhne kaum steigen, also die Löhnen steigen nur mit ihm und das ist der Grund warum die Vermögenden immer reicher werden die der den großen Rest durch Lohnarbeit nicht vom Fleck kommt.
00:15:51: Und du zeigst auch eindrücklich auf, dass immer mehr Kapital eben nicht aus dem produktiven Sektor als aus dem sekundären Sektors sondern eben aus dem Finanzsektor generiert wird.
00:16:04: das war vor in den neunziger Jahren glaube ich noch ein Sechstel.
00:16:08: heute ist es bereits ein Trickel.
00:16:10: also heißt Geld produziert einfach Geld, Investitionen produzieren einfach Geld und es wird immer mehr.
00:16:17: Ja also wenn Vermögende ihre Geld reinstecken in Wertpapiere die schon existieren oder in Edelmetalle oder auch in Immobilien die schon existed dann entsteht nichts Neues.
00:16:30: also das wird nichts neues produziert.
00:16:34: also dass das Google Wirtschaft gar nicht an sondern das ist da eine die noch weiter aufgeblasen wird.
00:16:43: Bis sie dann möglicherweise mal platzt?
00:16:46: Ja, bis jetzt haben wir ja gesehen, dass immer wieder einmal eine Finanzplase platzt aber sie platzt nie so krass, dass das Ganze zusammenfällt.
00:16:57: Die Achsenmärkte wachsen nachher trotzdem weiter.
00:17:01: also bis jetzt war das zumindest so und man kann gespannt sein Ob das ewig so weitergeht oder ob es einmal wirklich einen Riesencrash gibt und dass die Stämme nicht mehr funktionieren.
00:17:15: Ich denke, dass sie es schwierig vorauszusehen.
00:17:18: In einem Bücherregal, wo wir sitzen, stehen ganz viele Bücher, die sich sehr kritisch mit dieser Situation auseinandergesetzt haben.
00:17:27: Literaturverzeichnis eines Buchs zum Teil, vermerkt jetzt eine deiner Grundthesen ist die, dass diese zunehmende Ungleichheit zwischen den reichen und den sehrreichen und den ganz wenigen, wenigen Superreichen.
00:17:43: Dass diese Ungleichkeit Werte zerstört – und zwar die gesellschaftlichen Werte von denen wir alle leben!
00:17:50: Kannst du kurz zusammenfassen und erläutern
00:17:53: warum?
00:17:55: Ja, ich denke die wachsende Ungleichheit führt dazu dass ein großer Teil der Bevölkerung unzufriedener wird.
00:18:04: Sie haben ein diffuses negatives Gefühl gegen die da oben, die machen was sie wollen und haben Macht.
00:18:17: Das Gefühl wird dann ausgenutzt durch rechtspopulistische Parteien, die einfache Lösungen versprechen.
00:18:25: Die auch einen guten Zündenburg finden und sagen, ja, Ausländer sind halt schuld.
00:18:31: Und genau das finde ich sehr gefährlich für die Gesellschaft, dass eine unzufriedene Bevölkerung sozusagen ein guter Nährboden ist Ersteckenden Rechtspopulismus oder sogar Rechtsextremismus.
00:18:49: Und das zerstört die Liberale Demokratie und führt zum Autoritarismus, und da denke ich, es ist ein großes Problem, dass wir angehen müssen.
00:19:04: Die Liberale Democracy ist auf eine gewisse... Gleichheit angewiesen.
00:19:10: Sie duldet es nicht, dass es Menschen gibt, die einfach so oben ausschwingen und sich dann auch potenziell über alle Regeln hinwegsetzen können?
00:19:20: Ja das sehen wir ganz gut in den USA wie dort die Technologie hat, sie ist überhaupt nicht an rechtsstaatlicher Regelung halten oder halten müssen sondern einfach ihre Interessen durchdrücken können einfach weil sie reich sind und Einfluss haben.
00:19:38: In der Schweiz ist das natürlich nicht so stark wie in den USA.
00:19:43: In der Schweizer haben wir eine gut funktionierende Demokratie, aber es ist auch so ... Die Vermögen einen größeren Einfluss haben, einerseits durch den Lobbyismus.
00:19:55: Also dass sie dank Geld Einflüss haben in die Parlamenten und Regierungen.
00:20:01: Und andererseits durch PR also durch eine ständige Berieselung der Menschen.
00:20:08: mit gewissen Narrativen können Sie durchaus Wahlen und Abstimmungen beeinflussen.
00:20:16: Das Stichwort heißt Machtakumulation.
00:20:19: Also viel Reicht und bedeutet eben viel Kapital, bedeutet aber auch kulturelles Kapital gesellschaftliches Kapital und das bedeutet Macht.
00:20:27: und diese Macht korrumpiert, das hast du ganz deutlich gesagt.
00:20:31: jetzt viele dieser superreichen Sagen ja, aber wir spenden ja auch und wir bezahlen ja auch Steuern Wir sind ja auch gut Menschen.
00:20:42: in dem Sinne Reden wir zuerst von dieser Art von Metzenatentum, Albin.
00:20:49: Was ist denn da das Problem?
00:20:52: Ja es gibt viele Vermögende die durchaus kostzügig spenden und also ich gehöre auch dazu und also grundsätzlich finde ich das gut wenn man nicht nur in sich selber denkt sondern etwas für eine bessere Welt tun will.
00:21:11: Die Problematik des Spendens ist halt, dass die Vermögenden selber entscheiden wohin das Geld fließt also nur schon bei mir selber.
00:21:20: ich entscheide das ist jetzt der Greenpeace und WWF und ProNatura mit Geldbeglücke aber es gibt noch ganz viele andere Organisationen die jetzt von mir selbst nicht beglückt werden um aber die es durchaus verdient hätten.
00:21:37: Und noch im viel größeren Ausmaß sieht man das bei Bill Gates.
00:21:41: Der hat Milliarden reingesteckt in seine Bill Gates Stiftung, aber er bestimmt wo das Geld hinfließt.
00:21:49: Zum Beispiel fließen große Beträge in die Atomkraftforschung oder auch in die Kentechforschungen und das ist problematisch dass hier nicht demokratisch entschieden wird wohin diese Spendengelde fließen, sondern es ist einfach ein Mensch der aufgrund seines Reichstums entscheiden kann dass viel Geld an einen bestimmten Ort fließt und dort dann durchaus seinen Einfluss hat auf die gesamte Gesellschaft.
00:22:17: Und man macht sich natürlich auch mächtig oder indem ich zum Beispiel einen Lehrstuhl stifte an der Universität oder an der Technischen Hochschule übe ich einen bestimmter Einfluß aus.
00:22:29: das was dann herauskommt
00:22:31: Ja genau, das sieht man nur schon in Zürich.
00:22:34: Die Wirtschaftsfakultät der Uni Zürisch wird gesponsert von der UBS und an der ETH Zürish werden gewisse Informatikinstitute gesponzt von Walt Disney.
00:22:49: Also offiziell beeinflussen sie scheinbar die Forschung nicht aber ich bin überzeugt dass das trotzdem einen Einfluss hat.
00:23:01: und was geforscht wird, ich finde das problematisch wenn staatliche Hochschulen durch Befatte Unternehmern gesponsert werden.
00:23:09: Kommen wir noch zum Punkt der Steuern.
00:23:11: Reiche sagen ja aber wir bezahlen ja auch Steueren!
00:23:16: Und das ist ja doch schon ein Argument also gerade in bestimmten Städten in der Schweiz wo sehr viele reichen Menschen gibt die bringen ja doch etwas auch ins Steuersubstrat.
00:23:31: Ja, also absolut gesehen bezahlen Vermögende meistens mehr Steuern als nicht-vermögende.
00:23:39: Also das ist natürlich immer die große politische Diskussion was schwierig ist zum sagen, was ist richtig?
00:23:47: Was ist falsch?
00:23:51: In vielen Orten das Prinzip der progressiven Besteuerung, also die Idee ist dass wer reicher ist bezahlt einen höheren Prozentzatz an Steuern weil halt Vermögende mehr Potenzial haben um etwas beizutragen in der Gesellschaft.
00:24:08: und ja darüber wird halt viel gestritten in der Politik.
00:24:12: Ich selber fürworte total dass die Vermögenden eine progressive Steuern bezahlen müssen, also dass der Prozentzatz steigt wie ihr Reichmann ist und deshalb bin ich selber auch Mitglied bei TaxMinau.
00:24:29: TaxMinau ist ein Verein vermögender die sich dafür einsetzen das Vermögende höher besteuert werden.
00:24:37: Also ich finde Vermögende müssen noch höher besteuert werden.
00:24:41: wir werden zu wenig besteuern.
00:24:43: Darüber werden wir dann gegen Schluss, wenn es um die Lösungen gibt dieses ganzen Dilemmas auch noch weiter sprechen.
00:24:50: Jetzt möchte ich aber doch nochmal den Begriff des Technophaschismus hier aufbringen dem du vorhin ja schon ins Spiel gebracht hast.
00:25:00: darüber wird er heute sehr viel diskutiert.
00:25:03: Naomi Klein hat jetzt gerade wieder ein neues Buch zum Thema herausgegeben.
00:25:08: und diese Gefahr einer Kollusion von Autoritarismus und technischer Dominanz.
00:25:16: Du arbeitest ja auch in der Informatikbranche, du kennst die Probleme.
00:25:21: wie groß siehst du da diese Gefahr dass dieses System des Technofaschismus wirklich durchsteckt?
00:25:29: Ja ich stelle das bei meiner täglichen Arbeit also dass es viele Monopole gibt.
00:25:36: wenn man Software entwickelt dann wird man fast gezwungen gewisse Dienstleistungen und Produkte von den großen US-Konzernen zu benutzen.
00:25:48: Von Microsoft, Amazon, Google... Man kommt fast nicht drum herum.
00:25:53: oder es ist sehr schwierig, Software zu entwickeln ohne diese Produkte der US Konzerne.
00:26:01: Und das finde ich gefährlich weil das gibt diesen US Konzernen eine große Macht.
00:26:08: also sie bestimmen Was sie mit ihren Produkten tun, oder Sie sehen auch in die Daten hinein.
00:26:15: Also wenn man zum Beispiel Daten im Cloud-Systemen von US-Konzernen lädt dann können wir durchaus alle Daten anschauen und wissen was in Europa läuft... Also einerseits die Datensicherheit, die sich gefährdet und andererseits auch könnten diese amerikanischen Konzerne einfach von einem Tag auf den anderen gewisse Dienstleistungen für Europa abstellen wenn das der US-Präsident so beschließt.
00:26:51: Und auch die Richtung in die es geht mit der technischen Entwicklung, also vor allem AI.
00:26:56: Also Koi, künstliche Intelligenz ist natürlich in aller Munde momentan.
00:27:01: Dort bestimmen auch die großen US-Konzerne in welche Richtung das es geht.
00:27:06: Es wird nicht... Es findet keine gesellschaftlichen Debatte statt keine demokratische Abstimmungen in welcher Richtung?
00:27:16: oder gesellschaftliche Debatten gibt es schon, aber die haben keinen Einfluss.
00:27:21: Die US-Concernity können tun und lassen was sie
00:27:24: wollen.".
00:27:31: Wir haben das Problem umrissen, Albin Meier.
00:27:34: Es gibt eine unglaubliche Menge an reichen Menschen, die vielleicht gar nicht so genau wissen, dass sie so reich sind oder tun, als wären sie nicht so reicher.
00:27:47: Geld akkumuliert, für das sie eigentlich nichts können.
00:27:50: Das sich wie selber reproduziert und wir haben gesehen dass diese Ungleichheit die da entsteht eben Die Demokratie gefährdet eben bis hin zu dieser Gefahr des Technophoschismus.
00:28:01: Jetzt kommst du mit einem Buch?
00:28:04: Bist nicht der erste aber auch sicherlich nicht der letzte Aber eine prominente Stimme jetzt hier Und sagst I make a call to action Weil Darin liegt auch eine Chance Dass wir so reich
00:28:18: Genau, also die Idee diesen Call to Action zu schreiben kam mir als ich von Taximinau hörte.
00:28:29: Also eben diesem Verein Vermögen da weil das hat mir gezeigt dass es viele was durchaus einige Vermögende gibt die sich Sorgen machten über die wachsende Ungleichheit.
00:28:41: also diese ist selber kritisch betrachten.
00:28:45: Und das ist nicht nur in Europa der Fall, sondern auch in Amerika gibt es einen Verein, Patriotic Millionaires.
00:28:52: Die haben dasselbe Ziel wie Textbühne aus.
00:28:55: Sie wollen eine neue Besteuung der Vermögenen und das hat mir Hoffnung gegeben und da habe ich mir gedacht... Da gibt es Potenzial.
00:29:05: Es gibt sicher noch viel mehr Vermögende, die eigentlich das kritisch betrachten könnten, dass die Vermögenden immer vermögender werden und... Das hat mich dann motiviert mein Buch zu schreiben.
00:29:18: Mein Ziel ist hier noch mehr Vermögende zu gewinnen, die sich dafür einsetzen etwas gegen die wachsende Ungleichheit zu tun.
00:29:27: Und fürs Klima?
00:29:29: Das ist dann zusammenhängend weil Also je vermögender die Menschen sind, desto mehr tragen sie zur Klimakrise bei.
00:29:39: Weil vermögende Menschen im Durchschnitt einen Lebensstil haben, der mehr Klimagase verursacht weil sie mehr herumfliegen, größere Autos fahren und größere Wohnungen haben, die sie beheizen.
00:29:55: Größere Yachten und größere Privatflugzeuge
00:29:59: Ja, das sind dann die Superreichen.
00:30:02: Ich würde da noch unterscheiden zwischen konventionellen Millionären zu denen ich mich zähle und dann die Subbereichen, die dann dreißig Millionen oder mehr haben weil mit dreizig Millionen gehört man zum reichsten Promille der Welt.
00:30:16: und ganz oben ist nochmal die zweitausend Milliardäre, die es gibt auf der Welt.
00:30:22: Und das ist natürlich nicht nur der eigene Lebensstil, der zur Klimakrise beiträgt sondern auch wo dass die Vermögenden ihre Aktien, ihre Wertpapiere investieren.
00:30:34: Und ganz viele Vermögende werden immer noch reicher dank den Renditen, die Unternehmen aus der Öl- und Gasindustrie abwerfen...
00:30:46: Da machst du Vorschläge!
00:30:47: Vielleicht, dass wir das systematisch anschauen und vielleicht auch als Zusammenfassung.
00:30:51: Es ist ein vierstufel Modell, das du vorschlägst, ganz pragmatisch.
00:30:55: erstens mal Wie fange ich bei mir selbst an?
00:30:58: Also wie komme ich als reiche Person zu einem nachhaltigeren
00:31:02: Lebensstil?".
00:31:03: Dann eben, du hast es schon gesagt, die Vermögensstrategie.
00:31:06: Und dann Stufe drei wäre dann, wie erreichen wir strukturelle Veränderungen?
00:31:12: und Stufe vier wäre dann die Gesellschaft gemeinsam und demokratisch gestalten.
00:31:18: Also gewissermaßen ein Vier-Stufenplan... Jetzt den Lebensschild der Reichen hast Du bereits angesprochen!
00:31:26: Die Verursachen einfach durch ihren Leben still sehr viel CO², aber wir sind jetzt eigentlich bei den Investitionen, du hast es gesagt.
00:31:34: Die Investition der Reichen sind entscheidend dafür wohin das Geld fließt ob es eben in Fossilenergie-Träger fließst, in fossile Industrie oder eben in neue Erneuerbare zum Beispiel.
00:31:47: Da würdest du sagen da haben die einen riesigen Hebel.
00:31:51: Ja, also da seht ihr großes Potenzial weil halt immer noch viel in die fossile Wirtschaft investiert wird.
00:31:59: Also dort könnte man mit divestment aussteigen aus der fossilen Wirtschaft und dann dafür Aktien kaufen bei zukunftsgerichteten Ideen.
00:32:13: Man könnte Startup-Firmen finanzieren zu den SDGs der UNO beitragen.
00:32:21: Die SDGs sind die Sustainable Development Goals, also die nachhaltigen Ziele der UNo und es gibt durchaus viele Start-up Firmen, die Kapital suchen und die etwas für eine bessere Welt tun möchten.
00:32:37: Also ja ...
00:32:40: wäre das rentabel?
00:32:42: Also wäre das jetzt genauso rentabel wie fossile Energieträger oder fossile Industrie?
00:32:48: Das ist schwierig voraufzusagen, aber ich denke dass die fossile Industrie keine Zukunft hat.
00:32:54: Weil sie machen eigentlich die Lebensgrundlagen der Menschheit kaputt.
00:32:58: also langfristig gesehen zerstört das dann auch die Wirtschaft und deshalb glaube ich, dass es am langfristigen gesehen durchaus auch rentabler ist in nachhaltige Firmen aus den nachhaltigen Technologien zu investieren.
00:33:17: Du sagst aber auch, wir müssen uns an einem Gemeinwohl orientieren mit unseren Investitionen.
00:33:26: Wir müssen schauen, dass wir dort investieren, wo unsere Investitione dem Gemeinwohl zugutekommen.
00:33:33: Ist das nicht ein bisschen viel verlangt Albin Meier?
00:33:38: Nein ich glaube es profitiere selber davon wenn das Gemeinwald gesamten Gesellschaft steigt, weil in der Schweiz haben wir noch ein relativ hohes Gemeinwohl und ich als Vermögender kann frei herumlaufen.
00:34:00: Niemand tut mir etwas.
00:34:04: Also wenn ich vergleiche mit Städten in Südamerika oder in Südafrika dort müssen die Vermögen Gated Communities Wohnen, also in einer bewachten Willenfiertel die eine Mauer rundum haben und die armen Menschen wohnen ins Lams.
00:34:20: Und aus Vermögen kann man da nicht frei in der Öffentlichkeit herumlaufen ohne Gefahr zu laufen gekidnappt oder ausgeraubt werden.
00:34:31: Deshalb liegt es in meinem eigenen Interesse dafür oder meinen Beitrag zu leisten dass es der gesamten Gesellschaft gut geht.
00:34:38: einfach das auch ist Ja, hier frei herumlaufen kann und das Leben genießen.
00:34:46: Das heißt also nicht diese Ideologie die eben Ellen Musk und Konsorten vertreten?
00:34:51: Die sagen uns ist eigentlich der Rest der Welt und der Gesellschaft ist uns eigentlich egal wir werden in unseren Bunkern überleben sondern sich überlegen dass auch du und andere Hunderttausende Millionen von Reichen eben auch nur überleben können, wenn es der Gesellschaft gut geht.
00:35:11: Ja ich glaube das sind nur die zwei tausend Milliardär auf dieser Welt, die sich das leisten können irgendwo eine Insel zu kaufen oder einen Riesenbunker und dann dort mit ihren Bediensteten und ihrem Wachpersonal zu überleben.
00:35:26: aber die konventionellen Millionäre also das heißt ein Prozent Das sind immerhin Achtzig Millionen Menschen auf dieser Welt.
00:35:36: Ich glaube nicht, dass diese Achtzig Millionen Menschen sich irgendwo verschontzen können um zu überleben.
00:35:44: Das sind viel zu viele Menschen.
00:35:45: ich glaube das wir also das reicht ein Prozent dafür sorgen müssen dass die gesamte Gesellschaft überlebt weil wir können kaum flüchten.
00:35:56: ich glaube nicht daran.
00:35:59: Du möchtest auch, und du sagst es ganz deutlich, dass wir in einer Welt leben, in der eben strukturelle Veränderungen passiert sind.
00:36:07: Und zwar plädierst du für eine Wende hin zu einer klar klimafreundlichen aber auch menschenfreundlichen in dem Sinne Menschenrechts bezogenen Politik.
00:36:19: Ich frage nochmal warum sollen Reiche das
00:36:23: wollen?
00:36:25: Ich denke es ist wie gesagt in unserem eigenen Interesse, also ich rede jetzt von uns Vermögenen.
00:36:33: Also schon zum Beispiel mein Haus hat eine Wohnung unter dem Dachstock und wenn es immer heißer wird dann verliert mein Haus an Wert weil der Dachstück nicht mehr bewohnbar wird.
00:36:50: Oder ganz allgemein, wenn die Städte immer heißer werden oder auch wenn Wirbelstürme und Überschwemmungen die Gebäude zerstören dann schadet das den Vermögenden.
00:37:03: Weil die Gebüde gehören ja genau den Vermögenen.
00:37:07: oder nur auch schon mit der Frage wo ich meine Ferien verbringen kann Also wenn ich selber gerne in die Berge, aber wenn der Klimakrise gibt es immer mehr Bergroute in den Bergen oder auch am Meer.
00:37:24: Wenn ich ans Meer gehe dann besteht gefahrt dass durch den steigenden Meerspiegel kein Urlaub mehr möglich wäre.
00:37:32: also ich finde das gibt ganz viele Gründe warum wir vermögende wir vermöglichen selber einen Vorteil daraus ziehen etwas gegen die Klimakrise und eben auch gegen die Wachs-Nungleichheit tun.
00:37:50: Das heißt, wir sitzen alle eigentlich im gleichen Boot?
00:37:54: Und es geht eben nach darum, die ein Prozent gewissermaßen vor dieser Klimakriese zu schützen!
00:38:03: Ja genau, aber ich finde wir sitzen nicht alle im selben Boot weil im globalen Süden sind die Menschen viel stärker betroffen von der Klimakrisi.
00:38:12: in Europa geht uns noch einigermaßen gut.
00:38:17: Dieses Jahr haben wir gesehen, es betrifft nicht nur die anderen sondern auch Europa und ich finde das sollte auch den Vermögenden zeigen.
00:38:29: Ihr seid nicht ausgenommen von den Auswirkungen der Klimakrise, sondern Vermögende trifft es auch wenn auch nicht so hart wie die Menschen im globalen Süden.
00:38:41: Strukturelle Veränderungen heißt so etwas wie verzichten, über die Steuern sprechen wir noch einmal separat abgeben und teilen.
00:38:50: Auch investieren in andere Technologien oder Produkte.
00:38:56: Das heisst aber auch dass die Idee der Glücksmaximierung irgendwann mal zu einem Ende kommt?
00:39:04: Ja es gibt das bekannte sogenannte Easterlin Paradox und das besagt, dass die Zufriedenheit der Menschen steigt im gleichen Ausmaß der Wirtschaftsleistung.
00:39:18: Also des BIPs, das ist ein Porto-Inland-Produkt aber bei einer gewissen Höhe des Bips kann man das BIP noch weiter erhöhen.
00:39:27: Aber die Zuffriedenkeit also das Glück der Bevölkerung erhöht sich dann nicht mehr.
00:39:33: Es gibt irgendwo eine Sättigung wo man mit noch mehr Wirtschaftswachstum nicht mehr zufriedenheit bei den menschen generieren kann und hier finde ich es auch wichtig den sogenannten utilitarismus anzuwenden.
00:39:50: das ist die etik die euch abwegt.
00:39:56: wie kann man das glück über alle menschen maximieren?
00:40:00: und ich mag das beispiel.
00:40:02: wenn man sagt wenn man einem millionär Tausend Franken schenkt, dann macht das der Millionär wahrscheinlich etwas gleich glücklich wie wenn man einen Bettler zehn Franken schenkten.
00:40:15: Der Millionär braucht einfach viel mehr Geld um dasselbe Glück zu empfinden, weil er schon soviel hat.
00:40:22: und das finde ich... Das ist genau das Argument für eine Umverteilung von oben nach unten.
00:40:31: also wenn jetzt ein vermögender tausend franken abgibt und diese Tausend Fanken an hundert Bettlern gibt.
00:40:40: Also jeder Bettler bekommt dann zehn Fanken, dann kann ein Hundert Bettler glücklich machen und selber verliert er halt ein bisschen Glück.
00:40:50: aber unter dem Strich wenn man den Utilitarismus anwendet unter dem strich hat sich das Glück über all diesen Menschen vergrößert.
00:41:00: also natürlich ist der Utilitalismus kann man den diskutieren.
00:41:05: Das ist natürlich nicht die einzige Ethik, die anzuenden ist aber in diesem Fall finde ich es durchaus angebracht zu erwähnen.
00:41:19: Also mehr Glücksverteilung heißt auch dass eben sich die Ungleichheit verringert und damit auch die politischen Spannungen zurückgehen.
00:41:28: Jetzt ein Faktor, für den du ja schon mehr warst jetzt im Gespräch auch stark plädiert hast.
00:41:33: dafür ist eben das mit den Steuern.
00:41:36: Also du bist Mitglied von Tax Minau diese Vereinigung von sehr reichen Menschen die sich noch mehr besteuern lassen möchten.
00:41:47: warum sind denn Steueren so
00:41:50: wichtig?
00:41:52: oder noch mehr Steuers von euch?
00:41:55: Also ich selber habe sehr profitiert von der öffentlichen Hand.
00:41:59: Ich hatte an der ETH Zürich studiert und also musste fast nichts dafür bezahlen, hat eine Top-Ausbildung her.
00:42:09: Ja, ich wohne in Zürch und nutze die Infrastruktur.
00:42:14: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind super, die Straßen sind immer sauber auch die Stromversorgung funktionieren einfach und das wird alles mit Steuern bezahlt.
00:42:29: Deshalb bin ich auch bereit, Steueren zu bezahlen weil ich davon profitiere.
00:42:38: Es gibt natürlich Menschen die finden dass der Staat den Steuereinnahmen nicht effizient verwendet.
00:42:49: aber gegen dieses Argument Man könnte auch höhere Steuereinnahmen dazu verwenden, dass man die Mehreinnahme wieder der Bevölkerung verteilt im Gießkannenprinzip.
00:43:02: Man könnte damit ein Grundeinkommen ein kleines finanzieren.
00:43:07: Man kann auch negative Einkommenssteuer einführen.
00:43:10: Das heißt wer ein sehr kleines Einkommen hat erhält sogar etwas.
00:43:14: Man könnt auch sagen das war mit den zusätzlichen Steuereiinnahm von den Vermögen einfach die Staatsschulden abbaut, weil es gibt ja viele Stimmen.
00:43:24: Die finden das nicht gut wenn der Staat sich immer weiter verschuldet.
00:43:28: also es gibt ganz viele Möglichkeiten wie man die zusätzlichen Steuereinnahmen verwenden könnte.
00:43:35: Um allgemeine Zufriedenheit würde wahrscheinlich wachsen würde ich jetzt mal behaupten und wir hätten damit dann auch ein gutes Mittel in der Hand gegen den krasierenden Rechtspopulismus.
00:43:47: Ja, weil die Steuern dienen ja nicht nur der Finanzierung des Staatshaushalts sondern eine Wirkung ist auch die Umverteilung von oben nach unten.
00:44:00: Also dass die Reichen etwas mehr Geld abgeben und so die Ungleichheit verkleinert werden kann.
00:44:08: also das sehe ich als wichtigen Effekt von höheren Steueren.
00:44:16: Jetzt bei alledem, Alvi Meier.
00:44:19: Bist du kein Antikapitalist der den Kapitalismus per se abschaffen will?
00:44:26: Aber vielleicht erklärst du das noch... Du bist keiner der irgendwie sagt wir brauchen jetzt diesen radikalen System Change von dem die Klimabewegung spricht.
00:44:36: Glaubst du denn dass diese?
00:44:53: Also grundsätzlich ist den Kapitalismus schon kritisch, aber ich finde auch das ist schon seit dem neunzehnten Jahrhundert wird der Kapitalismus kritisiert.
00:45:07: Das ist eine lange Zeit und Ich glaube, dass wir noch weitere Jahrzehnte brauchen um einen System Change zu erwirken und den Kapitalismus zu ersetzen mit etwas Besserm.
00:45:22: Es ist auch unklar wie dann dieses bessere Aufsieht.
00:45:26: Und ich denke einfach, Wir haben nicht mehr die Zeit.
00:45:29: Die Klimakrise ist dringend.
00:45:31: Wir müssen jetzt Lösungen haben.
00:45:34: Jetzt müssen wir Eindrümmen umsetzen ... zwanzig Jahre warten bis wir dann den Kapitalismus durch irgendetwas anderes ersetzt haben.
00:45:44: Und ich finde es auch wichtig, sich auf Ideologien zu verbeißen... Also der Kapitalismus ist eine Ideologie, Sozialismus auch.
00:45:56: Ich finde das auch falsch nur... die Ebene zwischen Kapitalismus und Sozialismus anzuschauen, weil das beschreibt die Eigentumsfrage.
00:46:04: Aber es gibt auch noch andere Dimensionen, die man anschauen muss, also zum Beispiel das Spannungsfeld zwischen freier Marktwirtschaft und Planwirtschaft oder auch das Spanungsfeld dazwischen Demokratie- und Autoritarismus.
00:46:18: Und ich denke so binäheres Denken ist fehl am Platz.
00:46:25: Also wir haben ja heute schon keinen reinen Kapitalismus und auch keinen reine Sozialismus.
00:46:31: Ich meine, wenn ich auf der Straße herumlaufe dann gehört die Straße allen.
00:46:35: also das ist ja eine Art Sozialismus.
00:46:39: im reinen kapitalismus müsste ich jetzt Geld bezahlen wenn ich die Straße betrete und das ist nicht der Fall in der Schweiz aber eben ich finde binäres denken fehlen Platz sondern wir müssen meiner Meinung nach so ideologiefrei und pragmatisch Wissenschafts passiert.
00:46:58: Einfach so ein Mittel finden im Spannungsfeld zwischen Kapitalismus und Sozialismus, zwischen Marktwirtschaften und Planwirtschaften, zwischen Demokratie und Autokratie.
00:47:08: Und richtig finde ich das nicht einzelne Menschen entscheiden sollen in welche Richtung es geht sondern dass wir das als Gesellschaft zusammen tun.
00:47:22: tax me now, deine Vereinigung bei dir.
00:47:24: Du bist wie gesagt schon mehrmals gesagt eben sich für eine höhere Besteuerung der Reichen einsetzt.
00:47:31: du machst ein call to action.
00:47:34: was sind die reaktionen bisher auf dein buch?
00:47:41: Ich kenne einige Vermögende die wie ich auch ein gebäude gerbt haben und sie ist aber trotzdem weiterhin zum Mittelstand zählen, obwohl sie eigentlich zum reichsten ein Prozent gehören.
00:48:00: Und vielen von ihnen habe ich einen Buch geschenkt und also ich hoffe dass das einen Umdenken bewirken kann.
00:48:11: Das kann natürlich nicht von einem Tag auf den anderen kommen aber also bis jetzt.
00:48:19: Mein Buch ist ja auch erst vor zwei Monaten erschienen.
00:48:21: Es ist noch zu früh, zu sagen was es bewirkt aber ich habe das Gefühl jetzt in meinem Bekanntenkreis regt es zum Denken an bei denjenigen die ich auch zum reichsten ein Prozent zähle.
00:48:37: und also nur schon wenn es zum denken anregt dann habe ich mit meinen buch schon etwas erreicht
00:48:43: werden.
00:48:44: wir als nächsten schrieb eine Großkonferenz der ein Prozent hier in Zürich sehen, bei denen über eine klimagerechte Menschenrechtskonforme und etwas gleicher Gesellschaft debattiert wird?
00:49:00: Es gibt schon viele Konferenzen und Debatten.
00:49:05: Also jetzt ganz eingengtbezüglich den Vermögenden.
00:49:11: bei Taxminau muss ich sagen wir sind noch zu wenige Mitglieder um etwas zu bewegen.
00:49:19: Wir sind momentan so gut viertig Mitglieder in Deutschland, Österreich und Schweiz zusammen.
00:49:26: Das ist natürlich noch weniger um größere Debatten dafür, die dann auch in den Schlagzeilen kommen.
00:49:37: Aber das ist eigentlich schon das Ziel.
00:49:40: aber für das muss man eine kritische Masse an Vermögenden haben die dahinterstehen, dass Vermögen der Höhe besteuert werden.
00:49:51: Danke dir ganz herzlich für dieses Gespräch!
00:49:54: Danke ebenfalls für das Gespräch.
00:49:58: Albin Meier, Millionär und Buchautor.
00:50:01: Mir ist geblieben.
00:50:03: zwei Sachen sind mir gebliebend erstens, dass vor allem im Moment Arbeit besteuert wird also Einkommen aus Arbeit und Vermögend aber eigentlich... von uns als Gesellschaft jetzt überhaupt nicht so stark besteuert wird.
00:50:16: Dass also die, die viel beitragen zur öffentlichen Hand – von der wir ja wie Albu Mayer sagt alle profitieren -, dass das eigentlich vor allem durch menschliche Arbeit bezahlt wird und gar nicht unbedingt durch Vermögen von reichen Menschen.
00:50:30: Und dann – und das fand ich sehr, sehr spannend, zweit was mir geblieben ist – ist, dass es diese Floske gibt, dass ich lasse das Geld für mich arbeiten!
00:50:39: Und da ist er aber auch doch sehr klar und sagt, nein das ist gar nicht das Geld was irgendwo arbeitet abstrakt.
00:50:45: Sondern mir gehört dieses Haus ich bekomme Miete und die Miete kommt von Menschen die arbeiten damit sie diese Miete bezahlen können.
00:50:53: es ist also nicht so dass das Geld irgendwie selber arbeitet sondern Das sind immer doch Menschen die real irgendwas erwirtschaften wovon dann andere eben sehr reiche Menschen profitieren Bin ich sehr spannend und das gilt ja zum Beispiel auch wenn ich jetzt sage mal Amazon Aktien in meinem Portfolio habe, wenn ich jetzt sehr reich wäre.
00:51:14: Hinter Amazon stecken Tausende und Abertausende von Menschen die sich jeden Tag abrackern dafür dass dieser Aktienkurs nicht nur stabil bleibt sondern eben auch immer weiter steigt.
00:51:26: also sie bringen eigentlich ihre Arbeitskraft jeden tag dazu ein das dieses Kapital, das irgendwie in dieser Firma steckt sich mehr und vergrößert.
00:51:38: Und dass tatsächlich das so völlig recht lila – das vergessen wir langsam!
00:51:44: In dieser irrealen Welt der Finanzwirtschaft, die in der wir uns bewegen, in dieser Bubble von Artificial Intelligence irgendwelchen Renditenvorstellungen und diese Aufmerksamkeitsökonomie, in der we uns bewegten?
00:51:59: Vielleicht sollten wir wirklich wieder zurück zu einer Art Realwirtschaft und wirklich uns fragen, woher kommt denn das alles?
00:52:06: Worüber wir hier eigentlich reden.
00:52:09: Genau also du sprichst ja so ein bisschen an diese Trennung von real Wirtschaft, wo in mir echte Güter- und Dienstleistungen verarbeitet werden unter die Finance, die sich doch ein bisschen entkoppelt haben.
00:52:23: Damit sind wir aber jetzt Überraschung noch immer nicht fertig mit unserer Serie Zukunftsgespräche!
00:52:28: Denn unsere Kollegin Lena Schubert in Berlin bereitet gerade eine Episode vor, in der es um die Frage geht, warum wir Dinge auch bewahren müssen, um eine Zukunft zu haben.
00:52:39: Es geht weiter mit diesen Zukunftsgesprächen und das wird aber dann glaube ich jetzt im absehbarer Zeit das letzte Zukunfts-Gespräch sein, dass wir in diesem Sommer führen.
00:52:49: Vielleicht liegt es einfach daran, dass dieser Sommer nicht aufhört?
00:52:54: Sie sagen ja schon, die ganze Zeit der Sommer ist fertig, aber irgendwie hat er noch nicht aufgehört.
00:52:57: Das stimmt!
00:52:59: Danke dir!
00:53:00: Vielen Dank, Leela.
00:53:01: Vielen Dank Christoph.
00:53:03: Treibhaus – der Klimapodcast wie immer am letzten Freitag des Monats eine Produktion von Podcast Lab mit Anna-Ida Fiertz, mit Samuel Schlaffli, Esther Peche, Lena Schubert und mit der Musik von Lukas Fretz und mit mir Lila Gurtner Und nicht mehr Christoph Keller.
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